Was meine ich mit Erinnerung?

Ohne Ged√§chtnis kann sich kein Wesen orientieren und ohne Erinnerung ist der Mensch verloren. Er w√ľsste nicht, wer er war. Erinnerungsbilder zeigen uns, dass wir die Erinnerungsf√§higkeit haben. Meistens sind nur sie im Blick.


Aber an der Erinnerung sind zwei Faktoren: das Erinnerungsbild und das sichere Wissen, dass es sich dabei um die Vergegenw√§rtigung eines fr√ľheren Erlebens handelt. Obwohl sich das Vergangene gleich bleibt, sind die Erinnerungsbilder stetig neu. Sie sind ein Produkt der Lebenskraft, w√§hrend die Gewissheit, dass es sich tats√§chlich um eine Erinnerung handelt, nur ein Wesen haben kann, das in der Zeit lebt und diese etwas transzendiert. Das ist charakteristisch f√ľr das menschliche Ich. Es gibt Menschen, die keine inneren Bilder haben. Nicht einmal das Antlitz der eigenen Mutter k√∂nnen sie vor sich sehen. Aber sie k√∂nnen sagen, wie diese aussah, denn sie wissen es unanschaulich. Ohne das innere Wissen k√∂nnten wir Erinnerungsbilder nicht von Fantasiebildern unterscheiden. Es ist unentbehrlich, w√§hrend anschauliche Erinnerungsbilder fehlen k√∂nnen. Wenn man das Einschreiben von Ereignissen Ged√§chtnisbildung nennt, gilt, dass alle Lebewesen Ged√§chtnis bilden. Vereinfacht: Pflanzen sind Ged√§chtnis, Tiere haben Ged√§chtnis, Menschen k√∂nnen au√üerdem daraus Erinnerungen hervorholen. Obwohl diese m√ľhevolle T√§tigkeit den ganzen Menschen erfordert, dr√§ngen sich manche Erinnerungen auf. Es ist furchtbar, nicht vergessen zu k√∂nnen. Vergessen und Erinnern bedingen sich. Man sollte beide K√ľnste, deren Gleichgewicht ein Prinzip der Waldorfp√§dagogik ist, √ľben.

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