Was meine ich mit einer Frage?

Eine Frage bedeutet im Gegensatz zu einer Aussage DurchlĂ€ssigkeit, suchen, auf dem Wege sein â€“ im Namen Michael dies alles im Hinblick auf Gott: ein ewiges Suchen, das sich auf das höchste Ziel richtet. Man kann einer menschlichen Frage aus dem Wege gehen; nicht aber einer, die ein Wesen, ein so mĂ€chtiges Wesen ist.


Wer dieser Frage begegnet, den zwingt sie mit Erzengelmacht, mit Arche-Macht: «Besinne dich!» «Erkenne dich!» Daher ist dieser Wesensname, dieses Namenswesen selbst die Waffe seines TrĂ€gers â€“ wieder nur unzulĂ€nglicher menschlicher Ausdruck â€“ gegen die zwei WidersachermĂ€chte, seine Wesensfeinde. Nur im menschlichen, wenngleich imaginativen Blick trĂ€gt er Waffen, Speer und Schwert. Doch zeigen diese Bilder selbst, wie wenig irdisch er sich dieser Waffen bedient: Sein Blick ist nie auf den Gegner oder auf die Waffe gerichtet, trotzdem findet und trifft diese mit Sicherheit. Denn sein fragend-suchender Blick, in dem er selbst wie in einem Konzentrat anwesend ist, der ist seine Waffe, er selbst ist sie, die Frage, der man nicht ausweichen kann.


Aus Georg KĂŒhlewind, Die Erneuerung des Heiligen Geistes. Stuttgart 2021.

Grafik von Sofia Lismont

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