Technokratisches gegen humanistisches Menschenbild

Mit dem Impfangebot an alle ist das Ziel der politischen Reaktion auf die Coronapandemie erreicht: Jeder, der es möchte, kann sich durch eine Impfung vor dem Virus schĂŒtzen. Wenn die Impfung wirksam ist, dann hat der Staat jedem mit dem kostenfreien Impfangebot den bestmöglichen Schutz zur VerfĂŒgung gestellt, den er leisten kann. Es ist daher Zeit, dass der Staat sich zurĂŒckzieht und die Corona-EinschrĂ€nkungen aufhebt.


Es ist weder wissenschaftlich noch juristisch oder ethisch vertretbar, Druck auf Personen auszuĂŒben, die auf eine Impfung verzichten möchten. Wissenschaftlich gilt: Aus den Daten, die inzwischen aus vielen LĂ€ndern vorliegen, ist ersichtlich, dass die Impfquote in der Bevölkerung nur einer von vielen Faktoren ist, die den Verlauf der Ausbreitung des Coronavirus beeinflussen. Wie aus Israel und Island ersichtlich ist, aber auch aus dem Vergleich zwischen us-Bundesstaaten mit hoher und mit niedriger Impfquote, ist es nicht so, dass eine höhere Impfquote eine GewĂ€hrleistung dafĂŒr ist, die Pandemie einzudĂ€mmen.[note] Siehe Gilbert G. Berdine, â€čCovid-19 vaccines and the Delta variantâ€ș, 30. August 2021. [/note] Rechtlich gilt: Die Impfstoffe haben nur eine bedingte Zulassung, u. a., weil wir mangels aussagekrĂ€ftiger Studien noch gar nichts ĂŒber mögliche Langzeitfolgen sagen können. Die bedingte Zulassung ist fĂŒr eine Notsituation gedacht, um gefĂ€hrdete Personen schnell schĂŒtzen zu können, aber nicht fĂŒr die Impfung von Personen, die durch das betreffende Virus gar nicht gefĂ€hrdet sind. Ethisch gilt: Wenn Impfstoffe nur eine bedingte Zulassung haben, widerspricht es ethischen Prinzipien, in irgendeiner Weise eine soziale Pflicht zur Impfung zu konstruieren. Es ist ethisch unzulĂ€ssig, Menschen dem Generalverdacht zu unterstellen, andere zu gefĂ€hrden, ohne dass ein konkreter Verdacht vorliegt, und von ihnen zu verlangen, sich durch ein Zertifikat von diesem Verdacht reinzuwaschen, um am sozialen Leben teilnehmen zu können.

Die QualitÀt des Gesundheitssystems

Bis 2019 war es Stand der Wissenschaft, Pandemien mit rein medizinischen Mitteln zu bekĂ€mpfen. So wurden die Asien-Grippe Mitte der 1950er Jahre und die Hongkong-Grippe Ende der 1960er Jahre erfolgreich bekĂ€mpft. Die Corona-Pandemie ist nicht gefĂ€hrlicher als diese frĂŒheren Pandemien. Dennoch fand im FrĂŒhjahr 2020 ein Strategiewechsel statt hin zu dem Versuch einer politischen BekĂ€mpfung mit Zwangsmaßnahmen fĂŒr die Bevölkerung. Inzwischen wissen wir, dass dieser Strategiewechsel gescheitert ist: Wenn man westliche LĂ€nder der nördlichen HemisphĂ€re betrachtet und sich die Daten zum Infektionsgeschehen wie Krankenhauseinweisungen und TodesfĂ€lle im VerhĂ€ltnis zur Bevölkerung anschaut, lĂ€sst sich aus diesen Daten nicht schließen, welche dieser LĂ€nder scharfe politische Maßnahmen wie Lockdowns ergriffen haben und welche nicht.[note] Studien in Eran Bendavid et al., â€čAssessing mandatory stay-at-home and business closure effects on the spread of covid-19â€ș, European Journal of Clinical Investigation 51 (2021), e 13484. Siehe ferner: Vincent Chin et al., â€čEffect estimates of covid-19 non-pharmaceutical interventions are non-robust and highly model-dependentâ€ș, Journal of Clinical Epidemiology 136 (2021), S. 96-132; R. F. Savaris et al., â€čStay-at-home policy is a case of exception fallacy: an internet-based ecological studyâ€ș, Nature Scientific Reports 11 (2021), Artikel Nr. 5313. [/note] LĂ€nder mit scharfen Maßnahmen wie Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien schneiden keinesfalls gut ab, sondern ziemlich schlecht. Schweden hingegen steht ziemlich gut dar, obwohl nur sehr wenige Maßnahmen ergriffen wurden. Aufschlussreich ist auch der Vergleich zwischen US-Bundesstaaten, wie South Dakota und North Dakota oder Florida und Kalifornien: South Dakota und Florida haben gar keine oder nur wenige Maßnahmen ergriffen. North Dakota hat mehr Maßnahmen und Kalifornien ziemlich scharfe Maßnahmen verhĂ€ngt. Diese unterschiedliche Politik hat aber zu keinen signifikanten Unterschieden im Pandemieverlauf insgesamt betrachtet gefĂŒhrt. Es gibt daher keine Korrelation zwischen den gesamtgesellschaftlichen Zwangsmaßnahmen und der Verhinderung von schweren KrankheitsverlĂ€ufen und TodesfĂ€llen im Zusammenhang mit einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Hingegen besteht eine klare Korrelation zwischen dem allgemeinen Gesundheitszustand der Bevölkerung, der QualitĂ€t des Gesundheitssystems und dem wirtschaftlichen und sozialen Status. Je schlechter der allgemeine Gesundheitszustand (zum Beispiel viele ĂŒbergewichtige Personen in den USA), je schlechter das Gesundheitssystem und je schlechter die wirtschaftliche und soziale Situation statistisch gesehen ist (zum Beispiel Afroamerikaner versus Weiße in den USA), desto mehr gibt es, bezogen auf die jeweilige Bevölkerungsgruppe, schwere VerlĂ€ufe und TodesfĂ€lle. Dementsprechend stehen Deutschland und die Schweiz ziemlich gut da wegen des besseren allgemeinen Gesundheitszustandes in der Bevölkerung, dem gut ausgebauten Gesundheitssystem und dem relativ hohen Lebensstandard. Daraus folgt: Je mehr wir Ressourcen verschwenden, um die Ausbreitung des Coronavirus mit politischen Zwangsmaßnahmen fĂŒr die gesamte Gesellschaft statt medizinischen Leistungen fĂŒr die gefĂ€hrdeten Personen zu bekĂ€mpfen, desto mehr untergraben wir die Grundlagen fĂŒr den Gesundheitsschutz. Die Ressourcenverschwendung und die sozialen Spannungen, welche die Maßnahmen hervorrufen, verhindern, dass wir den Weg des technischen, wirtschaftlichen, medizinischen und sozialen Fortschritts weitergehen, der in den letzten Jahrzehnten zu einer großen Verbesserung der Gesundheit und der Lebenserwartung gefĂŒhrt hat. Die allermeisten von uns mĂŒssen fĂŒr die Corona-Politik einen hohen Preis an beeintrĂ€chtigter LebensqualitĂ€t und wahrscheinlichem Verlust an Lebenszeit zahlen, ohne dass diese Politik nachweisbaren Nutzen hĂ€tte.

Was der Rechtsstaat schĂŒtzen sollte

Mit dem Strategiewechsel von der medizinischen zur politischen PandemiebekĂ€mpfung ist auch ein Wechsel im Menschenbild verbunden: Ein technokratisches Menschenbild tritt in den Vordergrund. Man sieht die Menschen als biologische Objekte an, die Viren verbreiten und deren Bahnen man gemĂ€ĂŸ Modellrechnungen steuern kann, soll und muss. So ein Unterfangen ist schon naturwissenschaftlich unsinnig, weil wir es nicht mit einem begrenzten Laborexperiment mit Objekten unter idealen Bedingungen und wenigen, kontrollierbaren Parametern zu tun haben; der entscheidende Parameter ist vielmehr die spontane Verhaltensanpassung Menschen. Es ist ferner unsinnig, weil die Naturwissenschaft nur Fakten aufdeckt, aber keine Normen vorgeben kann. In dem humanistischen Menschenbild steht hingegen die WĂŒrde des Menschen im Mittelpunkt. Diese besteht in dem Vermögen, selbstĂ€ndig nach GrĂŒnden Urteile zu fĂ€llen und gemĂ€ĂŸ diesen Urteilen zu handeln, also in der Freiheit im Denken und Handeln.[note] Siehe dazu Michael Esfeld, Wissenschaft und Freiheit. Berlin 2019. [/note] Daraus folgen Freiheitsrechte, die Abwehrrechte gegen Ă€ußere Eingriffe in die eigene Lebensgestaltung sind. Der Rechtsstaat schĂŒtzt diese Rechte, ist aber nicht ihre Quelle. Es ist daher eine Perversion sowohl des Rechtsstaates als auch der Wissenschaft, zu denken, dass diese Freiheitsrechte vom Staat gewĂ€hrt oder verweigert werden können unter Bedingungen, die auf vorgeblich wissenschaftlicher Basis festgesetzt werden. Wir dĂŒrfen uns nicht von Wissenschaftlern blenden lassen, die von der Idee gefangen sind, sie hĂ€tten ein Wissen zur Steuerung der Gesellschaft. Und wir dĂŒrfen uns nicht von Politikern verfĂŒhren lassen, die aus Machtinteressen dieses angebliche Wissen aufgreifen. Beide zerstören die Wissenschaft und den Rechtsstaat. Schließlich dĂŒrfen wir bei aller berechtigten Besorgnis und Unsicherheit um die Ausbreitung des Coronavirus nicht das humanistische Menschenbild fallen lassen, auf dem auch die Anthroposophie beruht.


Grafik: Fabian Roschka

  1. Schweden wird in einigen Kreisen gerne als Beispiel fĂŒr eine gelungene liberale Corona-Politik genannt.
    Da ich oft in Schweden und in DĂ€nemark bin, möchte ich versuchen, das etwas zurechtzurĂŒcken:

    Schweden war zu Anfang sehr liberal und hat dann angesichts steigender TodesfĂ€lle strengere Regeln und Ermahnungen eingefĂŒhrt. Die Impfungen sind vergleichsweise zögerlich in Gang gekommen. (Eine vergleichbare Entwicklung gab es auch bei der Einwanderungspolitik, erst sehr liberal, jetzt sehr streng und zurĂŒckweisend).
    Zur Zeit gilt bei der Einreise nach Schweden „3G“.
    Bei meiner letzten Einreise vor 2 Wochen habe ich 1 1/2 Stunden vor dem schwedischen Zoll im Stau gestanden, weil ausnahmslos jedes Fahrzeug und alle Insassen kontrolliert wurden.
    In Zahlen stellt sich das Ergebnis fĂŒr Schweden so dar:
    Tote in Zusammenhang mit Corona bislang: 1.472 je 1 Mio. Einwohner, geimpft 60,7%

    In DÀnemark sieht es anders aus. Die Politik war anfangs vergleichsweise streng und konsequent und wurde in der Bevölkerung ernst genommen. Die Impfungen wurden schnell angenommen.
    Aktuell wurden fast alle EinschrÀnkungen aufgehoben und die Einreise aus Deutschland ist frei möglich.
    Die Situation in Zahlen:
    Tote in Zusammenhang mit Corona bislang 454 je 1 Mio. Einwohner, geimpft 74,1 %.

    Die Zahlen fĂŒr Deutschland:
    Tote in Zusammenhang mit Corona bislang 1.118 je 1 Mio. Einwohner, geimpft 62,7%.

    (Die Quelle fĂŒr die Zahlen ist „Zeit-online“ vom 18.9.21 unter Verwendung der Einwohnerzahlen der LĂ€nder aus „Wikipedia“.)

    Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
    Fritz Otto

    1. Die Zahlen die Sie erwÀhnen mögen alle stimmen. So einfach ist es aber nicht.

      Wir wissen aus zahlreichen Studien und breiten LÀndervergleichen dass die Massnahmen kaum mit dem Verlauf und den Anzahl der Todesopfer korrelieren. Mit 3 ausgewÀhlten LÀndern kann man dies nicht zeigen.

      Was die zentralen Unterschiede zwischen den LĂ€ndern waren werden wir vielleicht erst in ein paar Jahren herausfinden.

      Die reine Impfquote ist ebenfalls zu kurz gegriffen. Die TodesfÀlle beschrÀnken sich fast ausschliesslich auf alte und/oder vorerkrankte Menschen. Lediglich die Impfquote dieser Gruppen ist relevant zur Verminderung von TodesfÀllen.

      Die Einreiseregeln sind eine politische Entscheidung. Das Virus gibt uns nicht vor was wir zu tun haben. Die Mauern bauen wir selbst …

    2. Sehr geehrter Fritz Otto und Àhnlich Argumentierende,
      mit Sicherheit haben Sie Recht, wenn Sie diese Zahlen ohne einen Vergleichsmaßstab zugrundelegen: Sie wirken ersteinmal beĂ€ngstigend.

      Aber: Solche Zahlen mĂŒssen auch in Relation zum Gesamten gesehen werden. So hatten mich beispielsweise die Pressemitteilungen des Statistischen Bundesamtes gestört, wo ebenso eine BezugsgrĂ¶ĂŸe fĂŒr einen Vergleich fehlten, um dies auch entsprechend werten zu können und dem PrĂ€sidenten mitgeteilt, dass er mit solchem Zahlenwerk eine Panik unterstĂŒtzt. Daraufhin wurde den dann folgenden Pressemitteilungen, ein entsprechender Hinweis zugefĂŒgt.

      Und 1.: Vom Statistischen Bundesamt erbat ich mir alle vorhandenen Daten – dies waren die DatensĂ€tze von 1950-2020. Den jĂ€hrlichen Vergleich (31.12.)von Bevölkerung und Sterbezahl erfasste ich als MortalitĂ€ts- und VitalitĂ€tskurve.
      Folgendes Bild ergab sich:
      (1.1) Innerhalb dieser 71 Jahre hatten wir 28 Jahre (1960-1987) insgesamt eine höhere MortalitÀt als 2020.
      (1.2) Innerhalb dieser 71 Jahre ist ein sinusÀhnlicher Kurvenverlauf der MortalitÀt festzustellen.

      Und unabhĂ€ngig hiervon 2.:Als ich die Zahl der an Grippe Verstorbenen fĂŒr 2020 fortschreiben wollte, wurde mir mitgeteilt, dass diese doch bereits bei der Zahl der mit Corona Verstorbenen enthalten sei.

      Und 3.: Dies ist nur ein ganz kleiner Mosaikstein im großen Puzzle von alldem, was hier falsch gelaufen…
      Es beginnt bereits beim PCR-Test, der
      (3.1) hierfĂŒr nicht geeignet… (ohne auf die Unstimmigkeiten der dies auslösenden Publikation in der „Eurosurveillance“ von 1/2020 einzugehen)…
      (3.2)Die Auswertung der dann erhaltenen Testergebnisse, hatten ebenfalls das zuvor erwĂ€hnte Defizit einer fehlenden objektiven Vergleichsgrundlage…
      (3.3)Die geĂ€nderte Nomenklatur (auf privater und nicht öffentlich-rechtlicher Basis!)im Zugrundelegen von „Erkrankung“ und „Infektion“ als Parameter fĂŒr Epi- oder Pandemien. Nicht jede Infektion fĂŒhrt zu einer Krankheit…

      Und 4.: Die Behandlungsstrategie
      (4.1) Uns sind bisher lediglich einige Hundert Viren bekannt und fĂŒhren einen „Krieg“ gegen sie – haben wir uns bisher damit befasst, worin ihr Nutzen liegt?
      (4.2) Unser Körper hat normalerweise eine ausreichend starke Immunabwehr – haben wir uns damit befasst, wie wir dieses unser Immunsystem bestmöglich stabilisieren und unterstĂŒtzen können?

      Und 5: Das Impfmaterial
      (5.1) Es gibt lediglich eine Notfallzulassung. Auch hier gibt es Unstimmigkeiten.
      Das Wesen der Notfallzulassung zu erlÀutern erspare ich mir, aber:
      – sie gelten NUR, wenn es keine anderen wirksamen Medikationen geben sollte,
      aber die gibt es… nicht nur in alternativen Behandlungsmethoden… Haben wir uns damit befasst?
      (5.2) Muss uns nicht nachdenklich machen, dass nach der Erst-, eine Zweit-, dann eine Dritt- und nun eine Viertimpfung propagiert wird?
      (5.3) Haben wir uns mit den Impffolgen befasst? Wer hierzu Pathologen hört, die sich damit befasst haben, bekommt sicher mehr Angst als vor dem Virus – die EMA beispielsweise hat bisher ĂŒber 14.000 TodesfĂ€lle erfasst – und die Dunkelziffer… Auch wenn diese Zahl (wie zuvor erwĂ€hnt im Kontext zur Gesamtzahl der Geimpften) zu sehen ist, so ist
      (a) jeder Todesfall durch eine Impfung ein Todesfall zu viel
      (b) wĂ€hrend es bei Corona ĂŒberwiegend die Altersgruppe >80 war, so finden wir nun an den Impffolgen alle Altersgruppen…
      (5.4) Wer die Forschungsberichte der biomedizinischen Mikroroboter im menschlichen Kreislauf kennt (beispielsweise in rsc.org – Royal Society Chemestry, dort in den Zeitschriften „Lab on Chip“ oder Nanoscale)und deren Formen mit Bestandteilen im Impfmaterial vergleicht, wundert sich ĂŒber Ähnlichkeiten…

      Doch zurĂŒck: Wir sind an einer Wendemarke der Entscheidung in all unseren Systemen. Aber wĂ€re es nicht korrekt, wenn wir darĂŒber informiert werden, damit auch wir selbst Einfluss darauf nehmen können?
      Hier bedarf es des wachen und kritischen Geistes und nicht einem in Angst Erstarrt-Sein. Das wĂŒnsche ich mir beispielsweise von meinen MitbĂŒrgern.
      Die Wendemarke bedeutet auch: Selbst- oder Fremdbestimmung. Ich bevorzuge die Selbstbestimmtheit. 🙂
      Viel Klarheit hierbei – jedem auf seinem Lebensweg!

  2. Sehr geehrter Herr Esfeld!
    Vielen, vielen Dank fĂŒr diese auf wissenschaftlicher Basis und deren Instrumente geprĂ€gter Aussage zu aktuellen Lage der BRD. Als diplomierter Naturwissenschaftler (E-Technik) unterstreiche jedes Wort von Ihnen. Der aktuell amtierende Kanzleramtsminister (Helge Braun) sollte sich an gleichlautende Worte, seiner Person aus MĂ€rz 2021 erinnern:

    [Zitat Anfang]:
    „Wenn wir jedem in Deutschland ein Impfangebot gemacht haben, dann können wir zur NormalitĂ€t in allen Bereichen zurĂŒckkehren. Diejenigen, die ihr Impfangebot nicht wahrnehmen, treffen ihre individuelle Entscheidung, dass sie das Erkrankungsrisiko akzeptieren. Danach können wir aber keine GrundrechtseinschrĂ€nkung eines anderen mehr rechtfertigen. Dann kehren wir in vollem Umfang zur NormalitĂ€t zurĂŒck und alle EinschrĂ€nkungen fallen.“
    [Zitat Ende]

    Erinnern Sie Herrn Braun bitte, im Kontext Ihrer Aussage, noch mal daran.

    Viele GrĂŒĂŸe aus Köln
    Dirk Botschen

  3. durch Covid habe ich meinen Job im Event Management und Wohnung verloren und bekomme KEINEN Cent vom Staat. Freunde von mir haben Familienmitglieder verloren. Davon abgesehen sind alle meine Kosten explodiert – kann man sich natĂŒrlich alles nicht vorstellen wenn man es nicht erlebt hat und dann schreibt man so etwas.

  4. Liebe Goetheanum Redaktion, ich finde es unverantwortlich Herrn Elsfeld erneut zu Wort kommen zu lassen. Die von ihm verwendete Begrifflichkeit eines technokratischen Menschenbildes ist schon in der Überschrift seines Artikels unklar und damit irrefĂŒhrend. Warum geben sie solchen Stimmen Raum? Nirgendwo wird der Begriff schlĂŒssig hergeleitet und erklĂ€rt. Anthroposophie war fĂŒr mich immer die Verbindung zwischen SpiritualitĂ€t und Wissenschaftlichkeit!

  5. Danke Herr Knost,
    ja: diese Frage (Warum geben sie solchen Stimmen Raum?) stellt sich mir schon seit geraumer Zeit.
    Dank auch an Herrn Otto fĂŒr die KlĂ€rung skandinavischer RealitĂ€ten (ich komme gerade mit dem Zug aus Stockholm ĂŒber Kopenhagen nach Basel), und James (falls ich seine Zuschrift als Ablehnung von Esfelds ‚Zwangsmassnahmenargumentation‘ richtig deute).
    Aufforderung an die Redaktion: laden Sie doch unbedingt vernĂŒnftigere Stimmen ein, hier zu Wort zu kommen!
    Ich denke da gerade an Dominique de Quervain (Neuroscientist, MD, Professor at University of Basel,
    Co-Director of Research Platform Molecular and Cognitive Neurosciences, Co-President of http://stressnetwork.ch) Leicht erreichbar ĂŒber twitter -> @quervain_de und mcn.unibas.ch/.
    Im Übrigen sehe ich derzeit eine 2G-Regelung fĂŒr das öffentliche, kulturelle und pĂ€dagogische Leben humanistisch, spirituell und wissenschaftlich als dringend geboten!

  6. „Im Übrigen sehe ich derzeit eine 2G-Regelung fĂŒr das öffentliche, kulturelle und pĂ€dagogische Leben humanistisch, spirituell und wissenschaftlich als dringend geboten!“
    Ich bin mir sicher, Rudolf Steiner wĂŒrde so einen Satz niemals befĂŒrworten.

    1. Prof. Esfeld will die EinschrÀnkungen auf Risikogruppen beschrÀnken im Namen der Freiheit und Menschenwƫrdigkeit.
      Einerseits hat er offensichtlich die Natur eines sich propagierenden Virus nicht erfasst. Zweitens, und dies ist aus seinem Mund bedenklicher, ist das Konzept die EinschrĂ€nkungen auf Risikogruppen beschrĂ€nken zu wollen problematisch, a) weil letzten Endes nicht so sicher ist wer wirklich kein Risiko eingeht. Gerade heute landen diejenigen auf Intensivstationen, die sich nicht geimpft haben, wahrscheinlich, weil sie dachten kein Risiko einzugehen, b) weil Risikogruppen selektiv einzuschrĂ€nken diskriminatorisch ist; dies unterteilt die Gesellschaft wirklich. Überdies wer sich nicht impfen will und darum diskriminiert wird, hat die Wahl, wer zur Risikogruppe gehört weil krank, hat die Wahl nicht. Man könnte dem Konzept von Esfeld unterschieben von eugenisch-euthanasistischem Gedankengut inspiriert zu sein. Wir landen dann bald bei Begrifflichkeiten wie „unwertem Leben“. Im COVID-Kontext hört man kontinuierlich, dass ja sowieso nur die Alten sterben („die hĂ€tten ja schon lange gehen sollen“), die polymorbiden Kranken könnte man da auch noch zufĂŒgen
 ‚COVID-Massnahmen wĂŒrden nur die Verneinung der Sterblichkeit reprĂ€sentieren‘, darum wĂ€re eine grössere Sterblichkeit eigentlich nur wĂŒnschenswert
 dumm, dass man dabei immer vorab an die Anderen denkt. Wenn’s die Alten und Schwachen trifft, dann entsprĂ€che dies in etwa einer Art Erneuerungsprozess (wie sagte man schon 20 Jahre nach der letzten grossen Pandemie:“SĂ€uberung“ ?).
      Dumm nur, dass auch die weniger Kranken auf medizinische Hilfeleistungen verzichten/hinausschieben mĂŒssen, weil die SpitĂ€ler voller ungeimpfter Covidpazienten sind, die zwar auf ihrem Recht beharren sich nicht impfen zu lassen, aber keineswegs eine ErklĂ€rung unterschreiben konsequent auf jegliche medizinische Hilfeleistung wegen COVID zu verzichten.
      Virus und deren Ausbreitung haben so ihre Dynamiken, sie zu verstehen ist eine Herausforderung, gewisse Mechanismen nicht zu verstehen oder Massnahen korrigieren zu mĂŒssen sollte nicht als Schande dastehen und kein Grund sein unterdessen NICHTS zu tun.
      Und Ă  propos COVID-Pass und EinschrĂ€nkung von Freiheit: ich habe mich seit mehr als einemJahr nicht mehr so frei gefĂŒhlt, als ich Dank des COVID-Passes wieder in Gesellschaft sein konnte ohne grosse Furcht vor grossem Ansteckungsrisiko und ohne die Verlegenheit mein Umfeld immer wieder Massregeln zu mĂŒssen „sie sollten doch Distanz halten“. Diese ist auf die Dauer menschenunwĂŒrdig, da wir soziale Wesen sind.
      Dr.med.Donato Gerber, Arzt und Psychiater

  7. Es wĂ€re dringend geboten, dass Gesundheitswesen auszubauen, DiversitĂ€ten nicht nur in Bezug auf Geschlechter zuzulassen und von der neuen Wahnvorstellung, wir seien unsterblich, abzurĂŒcken!
    Und allen 2G BefĂŒrworten sage ich:“wenn jĂ€hrlich 8 Millionen vornehmlich junge Menschen verhungern hat es niemanden interessiert. Wenn die HĂ€lfte Opfer eines Virus wird…“
    Der alte Kolonialismus scheint in seiner Idee bis heute nicht ĂŒberwunden.
    Die Frage , wenn man sie denn ĂŒberhaupt stellen sollte, lautet nicht wieviel Menschen
    pro Land geimpft sind, sondern weltweit!
    Aber auch da wissen die Herren sicher eine Antwort drauf. Wir bauen einfach eine Mauer ums Land. Geistig besteht sie ja schon.

  8. 1) Die 2G-Regel ist ebenso unsinnig wie gefĂ€hrlich, wie man an verschiedenen Beispielen sehen kann ( Veranstaltung in Höchst, 380 GĂ€ste nach 2G-Regel, danach waren 90 – in Worten neunzig!!!! – infiziert) Das heißt, niemand, auch ein Geimpfter, kann sich sicher sein sich zu infizieren und das Virus verbreiten.

    2) Geimpfte wiegen sich in falscher Sicherheit, denn niemand weiß, wie lange der Impfschutz anhĂ€lt, unter UmstĂ€nden ist man nach drei bis vier Monaten schon nicht mehr ausreichend geschĂŒtzt. Es weiß ja niemand, und merkwĂŒrdigerweise interessiert sich auch niemand dafĂŒr ( Vielleicht wĂ€ren die Ergebnisse zu ernĂŒchternd!) Der einzige „Vorteil“ ist, dass geimpfte keine schweren Corona-VerlĂ€ufe mehr haben.
    3) Die Ereignisse z.B. in Israel (zahlreiche ImpfdurchbrĂŒche, schwere Nebenwirkungen, auch TodesfĂ€lle nach Impfung) lassen mich zweifeln, ob das Durchimpfen mit einem Impfstoff, der nur eine Notfallzulassung hat, tatsĂ€chlich Sinn macht. Vielleicht hĂ€tte man auch ein paar Milliarden auch fĂŒr Medikamentenforschung ausgeben sollen, und nicht nur fĂŒr Impfstoffe, die auch noch auf völlig unerprobten Verfahren (mRNA) basieren.
    4) Dass viele Leute finanzielle Einbußen hinnehmen mussten – ich im Übrigen auch- ist unendlich bedauerlich und fĂŒr viele ein Katastrophe. DafĂŒr ist das Virus nicht verantwortlich, sondern das desaströse Krisenmangement der Bundesregierung.

  9. Herrn Esfeld dieses Forum zu bieten, verstört zutiefst bis hin zu Stellen, die VerschwörungserzĂ€hlungen nahekommen. Und v.a.: Wissenschaft ist, was Herrn Esfeld passt, ansonsten handelt es sich um „angebliche Wissenschaft“ (letzter Absatz).
    Sein Ansatz der GegenĂŒberstellung von „Republikanismus“ und „Kollektivismus“ fĂŒhrt leider nicht weiter, die Krisen der Gesellschaft und der Zeit zu bewĂ€ltigen. Er und die Redaktion mögen seine Überlegungen bitte an der Klimakrise ĂŒberprĂŒfen.

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