Meditation und Gesundheit

In der Reihe der MontagsvortrĂ€ge am Goetheanum hielt Matthias Girke am 21. Dezember den letzten Vortrag. Sein Titel: â€čWelche Bedeutung haben Meditation und innere Entwicklung fĂŒr die Gesundheit?â€ș.


Mit der Gleichung â€čExposition plus Disposition gleich Erkrankungâ€ș fasste er die heutige Infektologie zusammen. Neben den bekannten somatischen Faktoren wie Alter und Vorerkrankung gibt es seelische Faktoren, die eine Erkrankung hemmen. Darauf habe schon Goethe anlĂ€sslich des grassierenden Faulfiebers hingewiesen. WĂ€hrend Angst und Furcht das Immunsystem schwĂ€chen, wirken Zuversicht und Vertrauen positiv auf die Abwehr. Girke skizzierte drei Wirkungsfelder der Meditation: Verbindung mit der geistigen Welt, die eigene Mitte finden und die StĂ€rkung des Immunsystems. Er erwĂ€hnte den Philosophen Karl August Fortlage, der 1860 formulierte, dass Bewusstsein mit abbauenden und Schlaf mit aufbauenen KrĂ€ften verbunden sei. In der anthroposophischen Menschenkunde wird daraus, Bewusstsein als gesteigertes Leben zu begreifen. Hier setze die Meditation an, weil sie als geistiges Leben die BrĂŒcke zwischen den Polen schlage. FĂŒnf Perspektiven entwarf Matthias Girke:

Im Gedankenleben erzeugt die tĂ€gliche FĂŒlle von hereinbrandenden und oft unverarbeiteten Informationen Stress. Die Meditation kultiviert den einen Gedanken, den man mit seinem ganzen Wesen sich zu eigen macht.

Im Willen ist es krankmachend, sich fremdem Willen unterwerfen zu mĂŒssen. Auch hier setzt die Meditation den Kontrapunkt, denn keine Handlung ist freier als die zugunsten einer meditativen Versenkung.

Girke berichtete von Studien, denen zufolge durch Ferien erholte Studierende sich gegenĂŒber Studierenden im PrĂŒfungsstress weniger leicht von ErkĂ€ltungsviren ansteckten. Ein durch Meditation erfĂŒlltes GefĂŒhlsleben fördere diese Widerstandskraft. Schließlich beschrieb er Einsamkeit als hochgradig pathogenen Faktor. Auch hier hilft Meditation, weil sie die Persönlichkeit in geistige ZusammenhĂ€nge stelle. Außerdem fĂŒhre meditative Versenkung zu neuen Perspektiven und Sinnerfahrung. «Wir leben von Hoffnung und Perspektive», fasste er diesen Quellort der Lebenskraft zusammen.


Ganzer Vortrag Signatur der Gegenwart

Bild Matthias Girke

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