Mahnung zur journalistischen Sorgfalt

Der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) bestĂ€tigt seine Haltung zu Pandemiemaßnahmen und Schutzimpfung und wendet sich gegen die Stigmatisierung als Coronaleugner und Impfgegner.


Alle Maßnahmen, die helfen, Schulen, KindergĂ€rten und UniversitĂ€ten offen zu halten, mĂŒssten jetzt mit oberster PrioritĂ€t umgesetzt werden, heißt es in der Pressemitteilung vom 22. November. Wegen des Medienmobbings, welchem Waldorfschulen und Kitas gerade massiv ausgesetzt sind, mahnt der BdFWS zu journalistischer Sorgfalt. «Wir erwarten von der Politik lösungsorientiertes Handeln. Solange hier keine klaren Signale gesendet werden, wird die Spaltung der Gesellschaft vorangetrieben, indem immer wieder Einzelgruppen fĂŒr das Pandemiegeschehen verantwortlich gemacht werden», betont Nele Auschra, Vorstandsmitglied und Sprecherin des BdFWS. Der Vorstand grenzt sich ab von Maßnahmenverweigerern und Impfgegnerinnen, von demokratiefeindlichen, querdenkerischen, rechtsextremistischen Gruppierungen und deren Gedanken. Folgende Punkte werden angefĂŒhrt, die bei objektiver Berichterstattung berĂŒcksichtigt werden mĂŒssen:

‱ Es gibt keine Anhaltspunkte dafĂŒr, dass die Impfquoten oder die verhĂ€ltnismĂ€ĂŸige Anzahl der positiv getesteten SchĂŒlerinnen und SchĂŒler oder der in QuarantĂ€ne befindlichen Waldorf-Schulklassen von anderen Schulen abweichen.

‱ Etwa 90 000 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler besuchen eine Freie Waldorfschule, das sind rund 1 Prozent aller SchĂŒler in Deutschland, somit dĂŒrfte auch die Anzahl der Lehrerinnen und Eltern im selben VerhĂ€ltnis stehen zu der Gesamtzahl der LehrkrĂ€fte und Eltern in Deutschland. Die HĂ€ufigkeit der Nennung in den Medien steht in keinerlei VerhĂ€ltnis dazu.

‱ Impf- und Maßnahmenskepsis findet an Waldorfschulen ebenso wie auch in der Gesamtbevölkerung ihren Ausdruck. Es gibt hier wie dort keine Anhaltspunkte dafĂŒr, dass diese Personen deshalb auch Corona verleugnen, Verschwörungstheorien anhĂ€ngen oder antiwissenschaftlich denken.

‱ Freie Waldorfschulen standen und stehen heute wie zur GrĂŒndung der ersten Schule im Jahr 1919 fĂŒr die Werte Freiheit, Menschenrechte und Mitbestimmung, auch, als diese noch keine Verfassungsprinzipien in Deutschland waren.

‱ Es gibt keine Anhaltspunkte dafĂŒr, dass rechtspopulistische Strömungen an Waldorfschulen von der Schulbewegung geduldet werden. Im Gegenteil: Waldorfschulen pflegen seit vielen Jahren ein aktives Bewusstsein fĂŒr die Fragen der Unterwanderung ihrer Schule durch rechte Gesinnungen, engagieren sich gegen Rechtsextremismus und Populismus und bieten umfassende BeratungstĂ€tigkeit an.


Mehr: Bund der Freien Waldorfschulen

Foto: Angelika Lonnemann

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