Impfpass: Ein Weg in die Freiheit oder in die geschlossene Gesellschaft?

Organisierte, jedoch nutzlose Freiheitsberaubung? Um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen, wurden seit FrĂŒhjahr 2020 gesamtgesellschaftliche Zwangsmaßnahmen verhĂ€ngt, die Grundrechte beschneiden, zum Beispiel durch Reglementierung der sozialen Kontakte, EinschrĂ€nkungen der Bewegungsfreiheit, Verbote, bestimmte Berufe auszuĂŒben usw. Diese Maßnahmen bestehen bis heute, April 2021, in vielen LĂ€ndern in mehr oder weniger scharfer Form fort. Der Ausweg aus diesem Lockdown zurĂŒck zur Freiheit soll in einer Impfung der großen Mehrheit der Bevölkerung bestehen. Dieser Artikel argumentiert dafĂŒr, dass das ein Trugschluss ist.


Es geht nicht um einen Weg zurĂŒck zu Freiheit und Rechtsstaat, sondern um einen Weg hin zu einer â€čneuen NormalitĂ€tâ€ș. Das ist ein Weg in eine geschlossene Gesellschaft, der irrefĂŒhrend als Ausweg in die Freiheit dargestellt wird. TatsĂ€chlich handelt es sich um die Zementierung der Freiheitsberaubung – nur nicht mehr durchgesetzt durch die Gewalt von Lockdowns, sondern durch die sĂŒĂŸe Versuchung sozialer Zertifikate in Form von ImpfpĂ€ssen.

Rufen wir uns zunĂ€chst einige Fakten in Erinnerung. Pandemien wie die Ausbreitung des gegenwĂ€rtigen Coronavirus hat es hĂ€ufig gegeben â€“ zuletzt in Europa in Ă€hnlicher GrĂ¶ĂŸenordnung bezogen auf die BevölkerungsgrĂ¶ĂŸe die Asien-Grippe 1957 und die Hongkong-Grippe 1968/69. Bis zum Jahr 2019 war es Stand der Wissenschaft, dass man Pandemien einer solchen GrĂ¶ĂŸenordnung rein medizinisch bekĂ€mpft mit Fokus auf den Schutz der gefĂ€hrdeten Personen und mit allgemeinen Hygieneempfehlungen wie Abstand halten, HĂ€nde waschen usw. Gesamtgesellschaftliche Zwangsmaßnahmen wie Lockdowns wurden zwar auch schon frĂŒher erwogen, aber als unvernĂŒnftig und unverantwortlich abgelehnt.

Im FrĂŒhjahr 2020 fand ein Strategiewechsel statt. Es wurde von den Regierungen auch der westlichen Demokratien entschieden, die Coronapandemie nach dem Vorbild Chinas mit politischen Zwangsmaßnahmen zu bekĂ€mpfen. Das Ziel war und ist, die gesamte Gesellschaft durch die Pandemie zu steuern mit einer politischen Reglementierung des sozialen Lebens bis hinein in den engen Familienkreis. Im Rahmen des normalen, demokratischen und rechtsstaatlichen Entscheidungsverfahrens lassen sich solche Maßnahmen nicht herbeifĂŒhren. Wissenschaft sollte daher zu ihrer Legitimation herhalten. Allerdings war es von Anfang an offensichtlich, dass die epidemiologischen Fakten nicht zur BegrĂŒndung dieses Strategiewechsels dienen können. Denn diese Fakten liegen in derselben GrĂ¶ĂŸenordnung wie in den genannten frĂŒheren Pandemien.

Damit die Wissenschaft dennoch diese Legitimation leisten kann, wurde der Versuch unternommen, sie politisch zu steuern â€“ durch ihre Organisationen wie Akademien wie zum Beispiel die Leopoldina, die deutsche nationale Akademie der Wissenschaften, und durch einzelne Wissenschaftler, die bereit waren, sich fĂŒr diese politische Verwendung zur VerfĂŒgung zu stellen und sich in Politik und Medien als die Sprachrohre der Wissenschaft prĂ€sentieren zu lassen. Sie sollten suggerieren, dass die in der Wissenschaft ĂŒbliche Debatte dieses Mal gar nicht stattfindet, weil sie nicht stattfinden darf, damit die Strategie der wissenschaftlichen Legitimation politischer Zwangsmaßnahmen aufgeht. Wenn man diese Debatte zugelassen hĂ€tte, wĂ€re dieser Strategie der Boden entzogen worden. Denn Politikerinnen und Politiker können ja nicht entscheiden, welche Seite in einer wissenschaftlichen Debatte recht hat.

So wurden diejenigen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen diffamiert, welche die traditionelle, rein medizinische Vorgehensweise wie in frĂŒheren Pandemien vergleichbarer GrĂ¶ĂŸenordnung empfahlen, statt dass ihnen mit Argumenten begegnet wurde. Nun kann es selbstverstĂ€ndlich sein, dass es neue Erkenntnisse gibt und neue, bessere Handlungsmöglichkeiten und dass einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Fortschritt abwehren. Aber es kann nicht sein, dass jeder, sobald sie oder er den Wechsel von einer medizinischen zu einer politischen Strategie der PandemiebekĂ€mpfung kritisiert, ihr oder sein wissenschaftliches Urteilsvermögen verloren hat. Das ist Diffamierung mit dem Ziel, politische Zwangsmaßnahmen wissenschaftlich legitimieren zu können. Man macht damit aus der Wissenschaft eine Art Staatsreligion, die nicht nur naturwissenschaftliches, sondern auch moralisch-normatives Wissen zur Lenkung der Bevölkerung hat und aus der abweichende Stimmen gleichsam als vermeintlich ketzerisch ausgeschlossen werden mĂŒssen, um diesen Anspruch aufrechterhalten zu können.

Inzwischen wissen wir jedoch, dass diejenigen, welche die traditionelle, rein medizinische BekĂ€mpfung der Coronapandemie empfahlen, richtig lagen. Zahlreiche Studien weisen nach, dass politische Repressalien wie Lockdowns in den westlichen Demokratien keinen statistisch signifikanten Unterschied in der BekĂ€mpfung der Coronapandemie ergeben.[note] Studien zusammengefasst in Eran Bendavid et al., Assessing mandatory stay-at-home and business closure effects on the spread of COVID-19. In: European Journal of Clinical Investigation 51 (2021), e 13484. Siehe auch die Übersicht ĂŒber die relevanten Studien des American Institute of Economic Research, Lockdowns do not control the coronavirus: the evidence (abgerufen 20. Dezember 2020). Siehe ferner Christian BjĂžrnskov, Did lockdown work? An economist’s cross-country comparison. In: CESifo Economic Studies, 29. MĂ€rz 2021, 1–14, DOI: 10.1093/cesifo/ifab003. FĂŒr eine Kritik der Lockdownpolitik in Deutschland siehe Christoph LĂŒtge und Michael Esfeld, Und die Freiheit? Wie die Corona-Politik und der Missbrauch der Wissenschaft unsere offene Gesellschaft bedrohen. MĂŒnchen, Riva 2021. [/note] Das kann man so veranschaulichen: Man legt Personen die relevanten Daten zum Infektionsgeschehen wie Krankenhauseinweisungen und TodesfĂ€lle im VerhĂ€ltnis zur Bevölkerung aus LĂ€ndern mit Ă€hnlicher geografischer Lage und wirtschaftlicher Entwicklung ĂŒber eine lĂ€ngere Zeitspanne hinweg vor. Anhand dieser Daten lĂ€sst sich nicht ersehen, welche dieser LĂ€nder scharfe politische Maßnahmen wie einen Lockdown mit der Anordnung, zu Hause zu bleiben, ergriffen haben und welche nicht.[note] Vgl. R. F. Savaris et al., Stay-at-home policy is a case of exception fallacy: an internet-based ecological study. In: Nature Scientific Reports 11, 2021, Artikel Nr. 5313. [/note] Ein Beispiel ist der Vergleich zwischen Deutschland und Schweden ab Mai 2020, nachdem Schweden die anfĂ€nglichen VersĂ€umnisse im Schutz der Alters-und Pflegeheime in den Griff bekommen hatte: Zwischen Schweden ohne Lockdown und Deutschland mit Lockdown gibt es seit Mai 2020 keinen statistisch signifikanten Unterschied im Erfolg der BekĂ€mpfung der Pandemie. Ein anderes Beispiel sind Bundesstaaten in den USA, wie etwa Florida und Kalifornien, die wegen ihres warmen Klimas und der KĂŒstenlage vergleichbar sind. Seit September 2020 folgt der Gouverneur von Florida der Wissenschaft, nĂ€mlich derjenigen Wissenschaft, mit der Pandemien in vergleichbarer GrĂ¶ĂŸenordnung stets medizinisch erfolgreich bekĂ€mpft wurden. Florida steht trotz aller katastrophalen Prophezeiungen, wenn man dieser Wissenschaft folgt, in der PandemiebekĂ€mpfung nicht schlechter da als Kalifornien, wo weiterhin politische Repressalien bestehen. Ähnliches gilt fĂŒr South Dakota, das nie zu politischen Zwangsmaßnahmen griff, im Vergleich zu North Dakota.

Marie Boiseaubert â€čAlgen und Flechtenâ€ș, Tusche auf Papier, Skizzenbuch, 2015

Mehr noch: Man wusste von Anfang an und hat inzwischen die BestĂ€tigung in Form zahlreicher Studien, dass die gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen SchĂ€den der sogenannten Corona-Schutzmaßnahmen deren Nutzen bei Weitem ĂŒbersteigen werden. Berechnen tut man das mittels einer AbschĂ€tzung der Lebensjahre, die durch einen Lockdown gewonnen werden können, wenn dadurch vorzeitige TodesfĂ€lle vermieden werden, im Vergleich zu den Lebensjahren, die infolge der gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen SchĂ€den, die Lockdowns anrichten, verloren gehen, weil Menschen wegen dieser SchĂ€den frĂŒher sterben werden, als es ansonsten der Fall wĂ€re. Diese TodesfĂ€lle treten natĂŒrlich erst in der Zukunft auf, und zwar weltweit und in sozial ungleich verteilter Weise: Sie betreffen in erster Linie unterprivilegierte soziale Schichten und sich entwickelnde LĂ€nder, vor allem durch die RĂŒckschritte in der Gesundheitsversorgung und ArmutsbekĂ€mpfung in diesen LĂ€ndern. NatĂŒrlich lassen sich diese Zahlen nicht exakt abschĂ€tzen, aber ihre GrĂ¶ĂŸenordnung ist eindeutig: Die SchĂ€den an verloren gehenden Lebensjahren ĂŒbertreffen die möglicherweise gewonnenen Lebensjahre um ein Vielfaches.[note] Siehe zum Beispiel fĂŒr Deutschland Bernd RaffelhĂŒschen, VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit in der Pandemie: Geht das? In: WiSt. Wirtschaftswissenschaftliches Studium, Juli 2020; fĂŒr die Schweiz Konstantin Beck und Werner Widmer, Corona in der Schweiz. PlĂ€doyer fĂŒr eine evidenzbasierte Pandemie-Politik. (abgerufen 16. Dezember 2020) ISBN 978-3-033-08275-5, ; fĂŒr das Vereinigte Königreich David K. Miles, Michael Stedman und Adrian H. Heald, «Stay at home, protect the National Health Service, safe lives»: a cost benefit analysis of the lockdown in the United Kingdom. In: International Journal of Clinical Practice 75.3, 2020, DOI: 10.1111/ijcp.13674. Siehe auch den Oxfam-Bericht, The hunger virus: how COVID-19 is fuelling hunger in a hungry world, 9. Juli 2020, herunterzuladen auf oxfam.de/presse. [/note]

Die neue NormalitÀt der geschlossenen Gesellschaft

Es ist an der Zeit, diese Fehler anzuerkennen und sicherzustellen, dass sich politische Repressalien, wie wir sie seit FrĂŒhjahr 2020 erlebt haben, nicht wiederholen â€“ beispielsweise durch einen Verfassungsartikel, der Lockdowns und Ă€hnliche Maßnahmen verbietet, weil sie unvereinbar mit MenschenwĂŒrde, Grundrechten und dem Rechtsstaat sind. Stattdessen wird uns ein Ausweg aus dem Engpass der organisierten Freiheitsberaubung suggeriert, der in der Impfung mehr oder weniger der gesamten Bevölkerung bestehen soll. Impfzertifikate sollen dann der Ausweis sein, durch den man sich MenschenwĂŒrde und grundlegende Freiheitsrechte erwirbt.

Es ist eine hervorragende Leistung medizinischer Forschung, in so kurzer Zeit einen Impfstoff gegen Covid-19 entwickelt zu haben. Es gibt Risikogruppen, fĂŒr die eine Infektion mit dem Coronavirus lebensgefĂ€hrlich ist und fĂŒr die eine Impfung daher Lebensjahre retten kann. Aber kein Staat hat das Recht, Impfungen anzuordnen. Eine Impfung ist ein körperlicher Eingriff. MenschenwĂŒrde, Grundrechte und Rechtsstaat gebieten es, dass jeder selbst ĂŒber eine Impfung entscheiden darf, in einer persönlichen AbwĂ€gung der Nutzen und Risiken. Niemand – kein Staat, keine Wissenschaft, keine gesellschaftliche Gruppe – hat ein moralisches Wissen oder ist eine moralische AutoritĂ€t, die Impfungen gebieten könnte. Auch Menschen, die statistisch zur Risikogruppe gehören, haben das Recht, mögliche Nebenwirkungen eines Impfstoffes in Betracht zu ziehen und auf die Impfung zu verzichten, zum Beispiel, weil sie die verbleibende Lebenszeit ohne etwaige Nebenwirkungen einer Impfung verbringen möchten. Statistisch gesehen liegt fĂŒr alle unter 70 Jahren das Risiko, infolge einer Infektion mit dem Coronavirus schwere gesundheitliche SchĂ€den zu erleiden, im Bereich alltĂ€glich akzeptierter Risiken (wie zum Beispiel regelmĂ€ĂŸiger lĂ€ngerer Autofahrten). FĂŒr diese Personen gibt es statistisch gesehen keine medizinische Grundlage, eine Impfung zu empfehlen. Aber auch hier soll jedem, der es wĂŒnscht, die Möglichkeit einer Impfung gegeben werden.

Man wusste von Anfang an und hat die BestĂ€tigung durch zahlreiche Studien, dass die gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen SchĂ€den der sogenannten Corona-Schutzmaßnahmen deren Nutzen bei Weitem ĂŒbersteigen werden.

Ferner ist es berechtigt zu verlangen, dass Personen, die in Kontakt mit gefĂ€hrdeten Personen sind, in Situationen, in denen diese sich nicht selbst schĂŒtzen können â€“ wie in Alters- und Pflegeheimen –, im Rahmen des medizinisch Möglichen nachweisen mĂŒssen, dass sie diese Personen nicht in Gefahr bringen. Aber die skandalös hohe Zahl der Corona-Toten in Alters- und Pflegeheimen zeigt eben auch, dass der Versuch, die gesamte Gesellschaft mittels Reglementierung des sozialen Lebens durch die Pandemie zu steuern, einen gezielten Schutz der Risikogruppen unterminiert. Die politische Reglementierung des sozialen Lebens aller wird geradezu zur Entschuldigung, sich nicht gezielt um den Schutz der gefĂ€hrdeten Personen kĂŒmmern zu mĂŒssen, mit fatalen Folgen fĂŒr diese. Der angebliche Ausweg zurĂŒck zur Freiheit durch Impfungen ist deshalb so gefĂ€hrlich, weil er einen wiederholbaren PrĂ€zedenzfall schafft, Freiheit an Bedingungen zu knĂŒpfen. Coronaviren werden uns erhalten bleiben, Ă€hnlich wie Grippeviren. Soll dann eine jĂ€hrliche Impfung stattfinden? Ferner stehen andere Krisen vor der TĂŒr, wie die Klimakrise. Sollen diese Krisen in Ă€hnlicher Weise wie die Coronakrise bekĂ€mpft werden mit Aussetzen von Grundrechten, die man dann unter der Bedingung des Erwerbs eines Nachhaltigkeitspasses zurĂŒckerhĂ€lt?

Man spielt hier im Namen angeblicher SolidaritĂ€t ein Problem aus, das unsere freiheitliche Rechtsordnung ins Mark trifft, nĂ€mlich das Problem negativer ExternalitĂ€ten. Damit ist Folgendes gemeint: Die Freiheit des einen endet dort, wo sie die Freiheit anderer bedroht. Handlungen des einen einschließlich der VertrĂ€ge, die er eingeht, haben Auswirkungen auf Dritte, die außerhalb dieser Beziehungen stehen, deren Freiheit zur Gestaltung ihres Lebens aber durch diese Handlungen beeintrĂ€chtigt werden kann. Die Grenze, jenseits der die freie Lebensgestaltung des einen der freien Lebensgestaltung anderer einen Schaden zufĂŒgt, ist nicht von vornherein festgelegt. Man kann sie weit oder eng fassen. In der Corona-Krise â€“ und auch in der Klimakrise â€“ versuchen Verantwortliche in Politik, Wissenschaft und Medien mittels geschĂŒrter Angst diese Grenze so eng zu fassen, dass de facto kein Spielraum mehr fĂŒr die freie Lebensgestaltung bleibt: Jede freie Lebensgestaltung des einen kann so ausgelegt werden, dass mit ihr negative ExternalitĂ€ten einhergehen, die potenziell eine Bedrohung fĂŒr die freie Lebensgestaltung anderer darstellen.

Marie Boiseaubert â€čAlgen und Flechtenâ€ș, Tusche auf Papier, Skizzenbuch, 2015

Es wird Angst geschĂŒrt vor der Ausbreitung einer angeblichen Jahrhundertseuche â€“ aber natĂŒrlich kann jede Form physischen Kontaktes zur Ausbreitung des Coronavirus (ebenso wie anderer Viren und Bakterien) beitragen. Es wird Angst geschĂŒrt vor einer drohenden Klimakatastrophe â€“ aber natĂŒrlich hat jede Handlung Auswirkungen auf die nicht menschliche Umwelt und kann dadurch zur VerĂ€nderung des Klimas beitragen. Das Ziel ist, Akzeptanz fĂŒr Folgendes zu erlangen: Jeder soll nachweisen, dass er mit seinem Handeln nicht unabsichtlich zur Ausbreitung eines Virus oder zur SchĂ€digung des Klimas beitrĂ€gt usw. â€“ die Liste könnte man beliebig erweitern. Man stellt damit alle Menschen unter Generalverdacht, letztlich mit allem, was sie tun, andere zu schĂ€digen. Folglich kehrt man die Beweislast um: Es muss nicht der konkrete Nachweis gefĂŒhrt werden, dass jemand mit bestimmten seiner Handlungen andere schĂ€digt. Vielmehr muss jeder nachweisen, dass er andere nicht schĂ€digt. Dementsprechend können sich die Menschen von diesem Generalverdacht nur dadurch befreien, dass sie ein Zertifikat erwerben, durch das sie sich reinwaschen â€“ wie einen Impfpass, einen Nachhaltigkeitspass oder generell einen sozialen Pass. Das ist eine Art moderner Ablasshandel. Damit ist Freiheit abgeschafft und ein neuer Totalitarismus installiert; denn die AusĂŒbung von Freiheit und die GewĂ€hrleistung von Grundrechten hĂ€ngt dann von einer Genehmigung ab, die eine Elite von Expertinnen und Experten erteilt â€“ oder eben verweigert.

Diese Elite von Expertinnen und Experten hat jedoch kein Wissen, das sie in die Position versetzen wĂŒrde, solche Bedingungen ohne WillkĂŒr festzusetzen. Das wird uns in der Corona-Krise vor Augen gefĂŒhrt angesichts der gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen SchĂ€den, welche die sogenannten Corona-Schutzmaßnahmen anrichten. Es geht auch nicht um SolidaritĂ€t mit den gefĂ€hrdeten Personen. Denn deren gezielter Schutz wird durch die politische Reglementierung des gesamten sozialen Lebens ja geradezu verhindert. Es geht um soziale Kontrolle der Lebensgestaltung aller.

Ähnliches ist bei dem politischen Umgang mit der Klimakrise zu befĂŒrchten. Die mit der Industrialisierung korrelierte ErderwĂ€rmung ist eine ernsthafte Herausforderung. Nichtsdestoweniger zeigt uns der Umgang mit KlimaverĂ€nderungen in der Geschichte, wie die Menschheit diese bisher durch spontane Anpassung zusammen mit technologischen Innovationen gemeistert hat. Die politische Steuerung von Wirtschaft und Gesellschaft, die sich wiederum ĂŒber MenschenwĂŒrde und Grundrechte hinwegsetzt und die mit ziemlich willkĂŒrlichen, politisch beeinflussten Definitionen dessen operiert, was jeweils nachhaltig sein soll, fĂŒhrt nicht zum Ziel. Die Fakten zeigen schon jetzt, dass der CO2-Ausstoß in IndustrielĂ€ndern ohne Energiewende (wie Frankreich, Großbrittanien, USA) in den letzten 20 Jahren prozentual in gleicher GrĂ¶ĂŸenordnung zurĂŒckgegangen ist wie in LĂ€ndern, die mit enormem finanziellem Aufwand eine Energiewende betrieben haben (Deutschland).

Marie Boiseaubert â€čAlgen und Flechtenâ€ș, Tusche auf Papier, Skizzenbuch, 2015

Es ist wiederum zu befĂŒrchten, dass die politische Lenkung zur angeblichen Rettung des Weltklimas eine gezielte, je lokale BekĂ€mpfung derjenigen konkreten Umweltprobleme verhindert, die tatsĂ€chlich in der Gegenwart jedes Jahr eine Vielzahl von Todesopfern fordern. Wiederum geht es um soziale Kontrolle, wie man zum Beispiel am Umgang mit denjenigen AktivitĂ€ten sieht, die nicht unter das staatlich verordnete Nachhaltigkeitsschema fallen. Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang die Verunglimpfung der gesamten anthroposophischen Bewegung in einem Artikel der anerkannten Zeitung â€čThe Guardianâ€ș vom 10. Januar 2021 (die in anderen ZusammenhĂ€ngen wertvolle und aufklĂ€rende journalistische Arbeit leistet).[note] Ginger root and meteorite dust: the Steiner ‘Covid cures’ offered in Germany [/note] Es ist kein Zufall, dass es weitgehend dieselbe Expertise-Gruppe und ihre Organisationen wie Akademien im Verbund mit einigen aus Politik und Wirtschaft sind, welche Corona-Krise und Klimakrise zum Anlass nehmen, eine politische Steuerung des sozialen Lebens vorzunehmen. Die Ausbreitung des Coronavirus soll offenbar als Generalprobe fĂŒr Folgendes herhalten: durch das gezielte SchĂŒren von Angst negative ExternalitĂ€ten so umfassend zu definieren, dass jede FreiheitsausĂŒbung unter Generalverdacht steht, um dann eine Kontrolle der Freiheit durch von angeblichen Expertinnen und Experten formulierte Bedingungen durchsetzen zu können.

Wieso geschieht das? FĂŒr viele Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen und Intellektuelle ist es offenbar schwer einzugestehen, kein normatives Wissen zu haben, das die Steuerung der Gesellschaft ermöglicht. FĂŒr Politikerinnen und Politiker ist es wenig attraktiv, das Leben der Menschen seinen Gang gehen zu lassen. Da kommt die Gelegenheit recht, altbekannte, aber in neuer Form auftretende Herausforderungen zu existenziellen Krisen hochzureden und Angst zu schĂŒren mit pseudowissenschaftlichen Modellrechnungen, die in Katastrophenprognosen mĂŒnden. Dann können Wissenschaftler sich mit politischen Forderungen ins Rampenlicht stellen, denen durch den angeblichen Notstand keine rechtsstaatlichen Grenzen gesetzt sind. Die Politik kann durch wissenschaftliche Legitimation eine Macht erhalten, in das Leben der Menschen einzugreifen, die sie auf demokratischem, rechtsstaatlichem Wege nie erlangen könnten. Bereitwillig hinzu gesellen sich diejenigen wirtschaftlichen Akteure, die von dieser Politik profitieren und die Risiken ihrer Unternehmen auf die Steuerzahlenden abwĂ€lzen können. Dahinter steht allerdings keine gezielte Planung oder gar eine â€čVerschwörungâ€ș. Es ist ein Trend, der sich aus kontingenten UmstĂ€nden gebildet hat und der dann immer mehr gesellschaftliche Akteurinnen und Akteure mit sich reißt â€“ sei es aus aufrichtiger Überzeugung, aus Machtwillen oder aus Profitinteressen.

Die anstehende Weichenstellung

Wie nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg, stehen wir heute erneut vor einer Weichenstellung zwischen einer offenen und einer geschlossenen Gesellschaft. Die offene Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie jeden Menschen als Person anerkennt: Die Person hat eine unverĂ€ußerliche WĂŒrde. Sie hat die Freiheit, ihr Leben nach eigenem Ermessen zu gestalten, ebenso wie die Verantwortung, fĂŒr ihr Handeln auf Verlangen Rechenschaft abzulegen. Freiheit ist die Condition humaine. Wenn wir denken und handeln, sind wir frei. Das ist deshalb so, weil man fĂŒr Gedanken und Handlungen – und nur fĂŒr diese – GrĂŒnde und damit Rechtfertigungen verlangen kann. FĂŒr Verhalten, das eine Reaktion auf biologische Reize und Begierden ist, ergibt es hingegen keinen Sinn, GrĂŒnde zu verlangen. Frei sind wir, weil die Spezies Mensch sich in der Evolution von dem Zwang befreit hat, einer bloßen Reaktion auf Reize unterworfen zu sein.

Wir stehen heute vor einer Weichenstellung zwischen einer offenen und einer geschlossenen Gesellschaft. Die offene erkennt jeden Menschen in seiner WĂŒrde an.

Aus dieser Freiheit ergeben sich Grundrechte. Das sind Rechte der Abwehr gegen Ă€ußere Eingriffe in die eigene Urteilsbildung darĂŒber, wie man sein Leben gestalten will. In der Philosophie werden diese Grundrechte so gedacht, dass sie mit der Existenz von Personen gegeben sind, also nicht vom positiven Recht eines Staates und kontingenten historischen UmstĂ€nden abhĂ€ngen. So zum Beispiel im Naturrecht seit der Antike; in der AufklĂ€rung, die universelle Menschenrechte politisch einforderte, die fĂŒr alle Menschen in gleicher Weise gelten und unter anderem zur Abschaffung der Sklaverei fĂŒhrten; bei Kant, dessen kategorischer Imperativ fordert, Menschen stets als Zweck an sich selbst und nie nur als Mittel zu einem Zweck zu behandeln; im 20. Jahrhundert unter anderem auch in der Diskursethik von Karl-Otto Apel oder der Theorie der Gerechtigkeit von John Rawls. Der Staat ist ein Rechtsstaat, der diese Rechte schĂŒtzt; er lenkt die Gesellschaft nicht, sondern lĂ€sst den Menschen freien Lauf, ihre sozialen Beziehungen zu gestalten.

Die geschlossene Gesellschaft zeichnet sich hingegen dadurch aus, dass sie ein bestimmtes Gut â€“ wie heute Gesundheitsschutz oder Klimaschutz â€“ in dem Sinne absolut setzt, dass sie es ĂŒber Grundrechte und MenschenwĂŒrde stellt. Die GewĂ€hrung von Grundrechten und der Respekt der MenschenwĂŒrde zur individuellen Lebensgestaltung werden von Bedingungen abhĂ€ngig gemacht, die eine Allianz von Experten, Politikerinnen und WirtschaftsfĂŒhrern zusammen mit den Mainstreammedien festsetzt als angeblich erforderlich, um dieses Gut zu schĂŒtzen. Der Zugang zum gesellschaftlichen Leben wird durch diese Bedingungen reglementiert und in einem Impfpass, einem Nachhaltigkeitspass oder generell einem sozialen Pass zertifiziert. Das ist ein Totalitarismus: Das gesamte gesellschaftliche Leben bis hin zur familiĂ€ren und individuellen Lebensgestaltung wird durch diese Elite im Verbund mit den Leitmedien gesteuert.

Es zeichnet sich jedoch schon heute wieder das altbekannte Resultat ab: Wenn man Wert X â€“ hier Gesundheitsschutz oder Klimaschutz â€“ ĂŒber MenschenwĂŒrde und Grundrechte setzt, dann zerstört man nicht nur diese, sondern erzielt im Endeffekt auch ein schlechtes Resultat in Bezug auf X. In diesem Falle sind das gravierende negative Effekte fĂŒr den Gesundheitsschutz, fĂŒr die gesamte Bevölkerung und weltweit betrachtet infolge der verheerenden SchĂ€den, welche die sogenannten Corona-Schutzmaßnahmen anrichten; ebenso die Vergeudung immenser Summen in fehlgesteuerte Energiewenden zur angeblichen Rettung des Weltklimas, welche den gezielten, lokalen Umweltschutz unterminieren.

Es ist höchste Zeit, dass wir uns der Weichenstellung bewusst werden, vor der wir stehen. Dazu ist ein nĂŒchterner Blick erforderlich, der sich nicht von den Ängsten trĂŒben lĂ€sst, welche die heutigen Gegner und Gegnerinnen der offenen Gesellschaft in Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien schĂŒren, nĂ€mlich den Blick und das Vertrauen darauf, was jeden Einzelnen von uns als vernunftbegabtes Lebewesen auszeichnet: die WĂŒrde der Person, die in ihrer Freiheit im Denken und Handeln besteht.

  1. Die Analyse von Herrn Elsfeld empfinde ich als wenig konkret. Was folgt daraus? Soll der Staat aufhören darauf zu achten, daß z.B. Geschwindigkeitsbegrenzungen ĂŒberschritten werden? Darf ich andere schĂ€digen, z.B. auch wenn ich infektiös bin, es aber möglicherweise gar nicht weiß? Das sind doch die konkreten Fragen in diesem Zusammenhang. Wo hört denn die Verantwortung des Staates auf und wo erwarten wir geradezu, daß er sich um das Wohl der Gemeinschaft, möglicherweise durch EinschrĂ€nkung des Wohls des Einzelnen kĂŒmmert. Und schließlich: Wie könnte man das dann in einer Pandemie unter BerĂŒcksichtigung politisch korrekt organisieren ohne die Grundrechte zu verletzen oder einzuschrĂ€nken? Es wĂ€re wirklich hilfreich, wenn diese und andere Fragen, vielleicht auch nur ansatzweise, in diesem Artikel besprochen wĂŒrden. Ansonsten bleibt der Eindruck einer theoretischen und nicht wirklich an den gesellschaftlichen Bedingungen ausgerichteten Kritik.

  2. Endlich einen breitgefĂ€cherten Kommentar – habe aufgeatmet, so gut tut es sich der Wahrheit zu nĂ€hern- freue mich jede Woche auf „mein goetheanum“ Gruß GSNowatzki

  3. Vielen Dank fĂŒr diesen Beitrag Herr Esfeld! Und wie unendlich schade, dass man solche AufklĂ€rungen, die unsere Gesellschaft dringend lesen sollte, sonst nirgends veröffentlicht.

    1. Sehr einseitige Darstellung und ignoriert teilweise Fakten bzw. sie werden nicht umfassend dargestellt.
      Schweden befindet sich demgegenĂŒber mit einer knapp 40 Prozent höheren Pro-Kopf-Covid-Sterblichkeit als Deutschland in der Nachbarschaft von Norwegen, mit dem das Land eine lange Grenze teilt. In Norwegen verstarben an Covid-19 758 Menschen, in Schweden 14 000. Die Bevölkerungszahl der beiden LĂ€nder unterscheidet sich um den Faktor 2, die Zahl der Toten um den Faktor 20. Das Nachbarland Finnland mit etwas mehr als der HĂ€lfte der Bevölkerungszahl Schwedens hat 914 Covid-TodesfĂ€lle zu beklagen. Hier wird deutlich, dass ein genauerer Blick erforderlich ist, um zu einem wirklichkeitsgesĂ€ttigten Urteil zu kommen. Stimmt es im Übrigen, dass Schweden «keinen Lockdown» hat? Öffentliche Veranstaltungen sind seit Beginn der Pandemie stark eingeschrĂ€nkt (Konzerte, Vortragsveranstaltungen). Am 15. MĂ€rz 2021 war zu lesen, dass mit Ausnahme von Bestattungen in Schweden die Anzahl von Besuchenden an öffentlichen Veranstaltungen auf acht Teilnehmende beschrĂ€nkt war. Sicher hat Schweden etwa im Schulbereich manches besser gemacht als Deutschland, aber es kann keine Rede davon sein, dass es in Schweden nicht empfindliche EinschrĂ€nkungen gerade im Kulturleben gĂ€be.
      (Soldner)

  4. Der Start hat die Pflicht seine BĂŒrger vor Gefahren zu schĂŒtzen. Das betrifft nicht nur militĂ€rische Schutzmaßnahmen.
    Es ist mir deswegen unverstĂ€ndlich dass vorĂŒbergehende Maßnahmen zum Schutze großer Teile von Bevölkerungen nicht anerkannt werden beziehungsweise die SchutzbedĂŒrftigkeit bagatellisiert wird. SpĂ€tschĂ€den von COVID-19 werden hier mit keiner Silbe erwĂ€hnt. Nach jetzigen noch nicht abgeschlossenen SchĂ€tzungen betrifft dies etwa 10 % der Infizierten. Dies wĂ€ren in Zahlen zum jetzigen Zeitpunkt circa 35.000 Betroffene.

    1. SpĂ€tschĂ€den von Covid19 sind das eine. Sie sagen bis jetzt ca. 35’000 Betroffene. Da Sie dies auffĂŒhren, gestatten Sie, die jetzt bereits vorhandenen und sich unweigerlich zu SEHR lang andauernden SpĂ€tschĂ€den auswachsenden negativen Folgen der polititschen Antipandemiemassnahmen daneben zu stellen. Es sind, weltweit zusammengerechnet, Milliarden Menschen davon betroffen: lockdownbedingte Suizide, familiĂ€r, seelisch, gesundheitlich, allgemein sozial, wirtschaftlich, allgemein gesellschaftlich, in Bezug auf den persönlichen Ruf, entwicklungsgeschĂ€digte, traumatisierte und bildungsvernachlĂ€ssigte Kinder. Longcovid lĂ€sst sich in ein paar Monaten bis Jahren ĂŒberwinden, sofern man nicht nur auf schulmed. Massnahmen setzt und neben den med. Massnahmen auch seelische Hygiene und wahrheitsgetreues Denken und Urteilen ĂŒbt. Die gesellschaftlichen SchĂ€den im allerweitesten Sinn werden die Menschheit noch mehrere Generationen lang belasten.

      In Wirklichkeit ist es zutiefst unethisch, diese Art von Vergleichen anzustellen und Gesundheit, Klima, Freiheit und MenschenwĂŒrde gegeneinander abzuwĂ€gen, als wĂ€ren das WirtschaftsgĂŒter und Unternehmensplanungen. Die Menschheit ist kein Wirtschaftsunternehmen oder Allroundstaat, die von einigen wenigen geplant und gefĂŒhrt werden mĂŒssten. Wir sind so viele IndividualitĂ€ten, die sich entwickeln sollen und MITEINANDER das Leben gestalten sollen. Es war schon immer falsch, an die Stelle von Ausbildung, Menschenbildung, Herzensbildung, gesund erworbener selbstĂ€ndiger Urteilskraft, vielseitigem Weltinteresse, eigenstĂ€ndigem Engagement und durch ErkenntnisfĂ€higkeit geschultem Verantwortungsbewusstsein Verbote, Drangsalierungen, Manipulationen, GehirnwĂ€schen und von oben herab diktierte ZwangsglĂŒcksbeplanungen zu setzen, wie die Geschichte nun wirklich schon tausende Mal gezeigt hat. Wer letzteres meint tun zu mĂŒssen, nachdem er ersters versĂ€umt hat, kann ausschliesslich bewirken, dass das Ergebnis katastrophal wird. Ist es wirklich nötig, das NOCH EINMAL zu wiederholen???

      Es ist ĂŒbrigens nicht statthaft, das Kind mit dem Bade auszuschĂŒtten, indem Sie z.B. die sinnvollen Verkehrsregelungen, die uns in unserem GEMEINSAM zu gestaltenden sozialen Miteinander unterstĂŒtzen und Dummheit und RĂŒcksichtslosigkeit eindĂ€mmen ohne die eigentliche Freiheit zu beschneiden, mit dem politisch gesteuerten wissenschaftlichen Meinungsdiktat der Coronakrise vergleichen. Die Menschen können und werden nicht gesĂŒnder, vernĂŒnftiger, sozialer, weiser, achtsamer und gesundheitlich widerstandsfĂ€higer werden, wenn sie weiterhin, wie bisher, rundum vergiftet werden: durch Luft, Wasser, Nahrung, LĂŒgen, Manipulationen, schlechte Schulen, gesellschaftliche Polarisierung, Fanatismus, Totalitarismus und Diktatur.

      Der Staat muss nicht die GefĂ€hrdeten und Schwachen schĂŒtzen, denn „der Staat“ ist niemand, der irgendwie handeln könnte. Er ist eine Institution, die von Menschen gestaltet werden muss. Die Menschen, die sich zu einem Staat zusammengeschlossen haben, mĂŒssen dafĂŒr sorgen, dass die VerhĂ€ltnisse so geregelt werden, dass die GefĂ€hrdeten und Schwachen geschĂŒtzt werden können,OHNE dass ALLE anderen darunter zu leiden haben. Bei alldem haben wir zu bedenken: Leben ohne Leid gibt es nicht, das zeigt die tĂ€gliche Lebenspraxis. Anstatt des sinnlosen Unterfangens, Leid ausmerzen zu wollen, ist es angesagt, die KrĂ€fte zu erlangen, die wir brauchen, um mit Leid umzugehen. Leben ohne Sterben gibt es nicht, am Ende jeden Lebens steht der Tod. Anstatt alles zu unternehmen, um ihn zu verhindern, auszugrenzen, zu verteufeln, mit Panik und Forderungen zu besetzen, anstatt die Angst vor dem Tod zu schĂŒren, ist es angesagt zu lernen, wie wir mit dem Tod herzlich und annehmend umgehen können, wie wir das Sterben sinnvoll und vertrauend gestalten können.

      Achtung vor dem Leben heilt die Angst vor dem Tod. Wie sehr wird das Leben geachtet, wenn es aus Angst vor dem Tod zerstört wird. Denn das ist es, was derzeit passiert.

      1. Leider nutzen Sie die falsche VergleichsgrĂ¶ĂŸe fĂŒr Ihre Argumentation. Nicht die 35.000 LongCovid FĂ€lle sind die VergleichsgrĂ¶ĂŸe zu den von Ihnen aufgefĂŒhrten negativen Folgen der Coronamaßnahmen, sondern die Anzahl der Long Covid FĂ€lle und Toten, die zu beklagen gewesen wĂ€ren, hĂ€tte es keine Maßnahmen gegeben. Außerdem vernachlĂ€ssigen Sie dabei, dass es in einer alternativen Welt ohne Maßnahmen noch weitaus mehr „…Suizide, familiĂ€r, seelisch, gesundheitlich, allgemein sozial, wirtschaftlich, allgemein gesellschaftlich, in Bezug auf den persönlichen Ruf, entwicklungsgeschĂ€digte, traumatisierte und bildungsvernachlĂ€ssigte Kinder.“ gegeben hĂ€tte. Ich behaupte mal ganz kĂŒhn, eine schwere Erkrankung der Eltern oder Großeltern oder sogar deren Tod, sind noch weitaus schwerer zu verkraften als die Folgen des Lockdown.

        Und zur Achtung vor dem Leben. Sich temporĂ€r einzuschrĂ€nken um anderen und sich selber ein lĂ€ngeres und gesĂŒnderes Leben zu ermöglichen, das bedeutet Achtung vor dem Leben zu haben.

        1. Sehr guter Kommentar. Die Massnahmen zu kritisieren ohne eine
          Alternative anzubieten ist ziemlich verantwortungslos.
          Es gibt leider noch zu wenig Feldstudien ĂŒber die BekĂ€mpfung der Pandemie, weil wir ja noch mitten drin sind. Aber das, was mir mein gesunder Menschenverstand sagt, ist doch, dass in verschiedenen Staaten, in denen nichts gegen den Virus unternommen wurde, die meisten Todesopfer und weitere tragische Schicksale zu beklagen sind. Ich wĂŒnsche mir eine wissenschaftliche Herangehensweise im Sinne der AufklĂ€rung und keine, die einer unguten emotionalen DiffusitĂ€t entspringt.

      2. „achtung vor dem leben heilt die angst vor dem tod“
        dieses satz ist ein geschenk! er bringt das gesamte dilemma unserer gesellschaft zum ausdruck und fasst meine tausend gedanken dazu in zehn einfache worte. wenn wir menschen „carpe diem“ leben wĂŒrden, könnten wir getrost abtreten mit dem guten gefĂŒhl, unsere lebenszeit – wie lag sie uns auch gegeben ist- gefĂŒllt zu haben. VIELEN DANK

  5. Nun wissen wir also mit akademischer AutoritĂ€t, dass die politischen BemĂŒhungen zum Klimaschutz und der Gesundheit der Menschen gefĂ€hrlich und unnötig sind. Die Menschen tun auch ohne all das letztlich von sich aus das Richtige.

    Ich frage mich allerdings noch, ob die Lebenswirklichkeit auch schon einen Bezug zu der Gedankenwelt von Herrn Esfeld gefunden hat.

  6. Auha, wie kommt ein solcher Artikel ins Goetheanum?

    Die QualitĂ€t der Artikel, die durch die Ärzte der Medizinischen Sektion, gegeben worden sind, wird hier geradezu unterlaufen.

    Ziemlich schrecklich das hier zu lesen, was man auch sonst im Netz auf sehr „bestimmten“ Seiten finden muss.

    Apropos Netz……..unter PLURV findet man Interessantes……..sehr schön an dem Artikel des Philosophie (!) Professors auszuprobieren……

    1. Das finde ich auch! Ich frage mich, was die Verantwortung einer Zeitschrift fĂŒr die in ihr publizierten Inhalte ist. HĂ€tte dieser Artikel ĂŒberhaupt veröffentlich werden sollen? Wird mit dem Artikel dem Anliegen der Anthroposophie Ausdruck verschafft. Ich meine nein!
      Freiheit darf doch nicht mit RĂŒcksichtslosigkeit verwechselt werden.Wenn solche Artikel, wie die von Herrn Elsfeld in dieser Zeitschrift veröffentlicht werden, könnte man annehmen, daß hiermit etwas aus dem Herzen der Anthroposophie kundgetan wird. Da ich nun seit ca.40 Jahren Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft bin,empfinde ich Scham und UnverstĂ€ndnis gegenĂŒber der Veröffentlichung. Er wird das Ansehen der Anthroposophie in der wissenschaftlich und kulturell aufgeklĂ€rten Welt verschlechtern!

      1. Ganz einfach, Herr Knost: Der Artikel hĂ€tte veröffentlicht werden sollen und wurde veröffentlicht, weil er einfach einer anderen Position Ausdruck verleiht – und dies auf sachliche Weise tut. Man muss dem Autor in seinen Schlussfolgerungen nicht zustimmen. Warum Sie gleich »Scham und UnverstĂ€ndnis« empfinden, nur weil jemand eine andere Sicht auf die Pandemie hat, verstehe ich beim beten Willen nicht.
        Der gesteigerte Gebrauch von Superlativen angesichts der SelbstverstĂ€ndlichkeit des Geschehens, dass in einer Zeitschrift unterschiedliche Positionen zum Ausdruck kommt, zeigt mir, wie sehr sich sich auch Anthroposophen von einer Hysterie der Cancel Culture mitreißen lassen – und wie sehr einige Anthroposophen darauf schielen, sich ja nicht mit der »öffentlichen Meinung« anzulegen. DAS finde ich erschreckend.

  7. Ich danke dem Goetheanum fĂŒr diesen Artikel. Ich gratuliere dem Autor fĂŒr den Mut die Tatsachen so klar zu berichten. Er hat genau dargestellt worum es eigentlich geht. Wieder hat man leider die Mehrheit der Menschen die ĂŒberhaupt nicht sieht, dass sie ihrer Freiheit mehr und mehr beraubt werden, und dass die Demokratie vorbei ist.

  8. Ich hatte bei der LektĂŒre das GefĂŒhl, dass jemand pausenlos auf mich eindrischt. Wo bleibt die simple Überlegung, dass Menschen, die sich hirnlos und verantwortungslos benehmen, durch staatliche Maßnahmen daran gehindert werden mĂŒssen? Die Mehrheit der Bevölkerung hat eben nicht das GefĂŒhl, dass ihre Freiheitsrechte ausgesetzt werden, wenn dafĂŒr gesorgt wird, dass gewisse Regeln eingehalten werden. Die anthroposophische ZurĂŒckhaltung in Sachen Impfen ist bekannt. Bekannt ist aber auch, dass die großen Krankheiten, wie Pocken, Tuberkulose, KinderlĂ€hmung, Syphillis etc. nicht mit anthroposophisch orientierter Medizin gebĂ€ndigt wurden.

  9. Ich hatte bei der LektĂŒre das GefĂŒhl, dass jemand pausenlos auf mich eindrischt. Wo bleibt die simple Überlegung, dass Menschen, die sich hirnlos und verantwortungslos benehmen, durch staatliche Maßnahmen daran gehindert werden mĂŒssen? Die Mehrheit der Bevölkerung hat eben nicht das GefĂŒhl, dass ihre Freiheitsrechte ausgesetzt werden, wenn dafĂŒr gesorgt wird, dass gewisse Regeln eingehalten werden. Die anthroposophische ZurĂŒckhaltung in Sachen Impfen ist bekannt. Bekannt ist aber auch, dass die großen Krankheiten, wie Pocken, Tuberkulose, KinderlĂ€hmung, Syphillis etc. nicht mit anthroposophisch orientierter Medizin gebĂ€ndigt wurden.

  10. Die Kommentare zu diesem Essay sprechen die Sprache der Spaltung, die unsere anthroposophische Bewegung so sehr prĂ€gt in diesen Tagen… Gefallen oder Nichtgefallen ist aber eher nicht das Thema, oder?
    Konkret möchte ich nur drei Anmerkungen machen, bei denen sich mir Fragen aufdrÀngen:
    1. All die schönen Gedanken, die sich da aneinander reihen, beruhen doch letztlich auf der ersten Annahme, die als „geklĂ€rt“ dargestellt wird, was sie mitnichten ist — oder wenn, dann in der anderen Richtung: Michael Esfeld geht als PrĂ€misse davon aus, dass die Covid19 Pandemie vergleichbar den vergangenen Grippe-Pandemien und daher auch Ă€hnlich zu behandeln gewesen wĂ€re. Leider ist Covid19 aber doch nach herrschender medizinischer Meinung ziemlich anders, frĂŒher und sehr viel stĂ€rker ansteckend, etwa 5x so viele tödliche und auch um ein Vielfaches hĂ€ufiger schwere und lange VerlĂ€ufe.
    Wenn das aber so ist, dann ist leider vieles, was daraus gefolgert wird, eher hinfĂ€llig… Ich fĂŒrchte, dass Esfeld komplett auf Sand gebaut hat, wenn Covid19 anders ist als die Grippe. Einfach Laufenlassen wĂŒrde schnell zu einer Überlastung des Gesundheitssysems fĂŒhren… Siehe dazu auch Christain Schikarski in „Anthroposophie/Vierteljahresschrift zur Arbeit der AG in Deutschland“, Ostern 2021.
    2. Der kleine Hinweis auf „Schweden ohne Lockdown“ und „Deutschland mit Lockdown“ ist leider ebenso verallgemeinernd wie falsch, aber in der entsprechenden Szene hĂ€ufig wiederholt. Weder gab es in Schweden keinerlei Maßnahmen (Schulen und Oberstufen waren geschlossen, Menschen ĂŒber 70 eingesperrt, Großveranstaltungen abgesagt usw….) noch sind die deutschen Maßnahmen ein echter Lockdown, aber das nur so am Rande. Jedenfalls gab es sowohl bei Todeszahlen als auch bei Hospitalisierungen sehr wesentliche Unterschiede, mehr noch zwischen Schweden und den anderen nordischen LĂ€ndern. Was sagt das ĂŒber die Wissenschaftlichkeit des Artikels aus, dass das einfach so behauptet wird, obwohl es eine ziemlich komplizierte Angelegenheit ist, deren Kurzfassung die entsprechende Aussage nicht rechtfertigen kann?
    3. Die Diktion befremdet mich doch allgemein ziemlich. Es „fand ein Strategiewechsel statt“ bei allen westlichen Regierungen… Wer hat das bloß angezettelt? Und warum machen alle mit, egal welcher politischen Couleur, außer vielleicht den Autokraten? „Es wurde der Versuch unternommen sie (die Pandemie) politisch zu steuern“… Von wem? Da sind sie wieder, die finsteren MĂ€chte auf Erden… Ich gehe mal davon aus, dass die Widersacher-MĂ€chte in den geistigen Welten hier nicht gemeint sind, da Michael Esfeld an sich keine anthroposophischen Ambitionen hat. Es geht um irdische Verschwörungen… Nicht ohne Grund wird er inzwischen gerade wegen dieses „Vermutungs- und VerdĂ€chtigungsstils“, der stark an Daniele Ganser erinnert, von der Querdenker-Scene hofiert und dort hĂ€ufig interviewt und zitiert. Das an sich sagt natĂŒrlich nicht viel, außer dass dieser Stil dort eben mehr gefĂ€llt als anderswo. Ich erwarte allerdings gegenĂŒber meinen Mitmenschen – auch in Wissenschaft und Politik – ein Mindestmaß an Offenheit, keine Vorverurteilung. Dazu kommt ein konstant unterliegendes „Wie wir inzwischen wissen…“, das unbelegt suggerieren soll, dass sich die Wissenschaft an sich einig ist, nur die Regierenden und ihre Vasallen haben das halt noch nicht eingesehen. Welch suggestive Meinungsmache!
    Alles in allem weise ich auf GA 245 hin, die NebenĂŒbungen und die „Weiteren Regeln in Fortsetzung der allgemeinen Anforderungen…“, die darauf hinweisen, dass der GeistesschĂŒler keine ungeprĂŒften Vorstellungen ĂŒbernehmen, sich um fortwĂ€hrende unvoreingenommene Vermehrung seiner Vorstellungen bemĂŒhen, sich jeglicher Sympathie und Antipathie enthalten soll bei der Aufnahme neuer Erkenntnisse und keinen Angst vor Abstraktionen haben sollte (wie sie die heutige Situation sehr hĂ€ufig fordert, wenn es um Modellrechnungen geht oder um ferne und abstrakte Risiken). Da liegen meines Erachtens die Fallstricke. Ich lobe mir die Veröffentlichungen der Medizinischen Sektion, die in dieser Hinsicht mehr wissenschaftliche Redlichkeit an den Tag legen. Gesinnungsjournalismus, der gefĂ€llt, weil er mich nicht herausfordert, wĂ€re dagagen schade.

    1. Ich danke Ihnen sehr fĂŒr Ihren klaren Kommentar und die MĂŒhe, die Sie sich damit gemacht haben!
      Wirklich ein guter und wichtiger Beitrag, der den „Schwurbeltext“ des Professors hoffentlich etwas „entzaubert“.
      Es tut mir so weh, so viel Negatives von allen möglichen Seiten zu
      Rudolf Steiner und zur Anthroposophie in den Medien zu lesen oder zu hören………aber solche AufsĂ€tze, wie der von Ihnen hier kommentierte tragen doch nur zu diesem Zerrbild bei!

      Jedenfalls vielen Dank!

      Mit freundlichem Gruß

      Thomas Ploch

    2. Ein insgesamt unglĂŒcklicher Artikel, gerade auch einige der Verweise zum Thema Klimawandel.

      Danke Frau Wellershoff-Schuur fĂŒr Ihren treffenden Kommentar!

  11. Dieser Artikel ist absolut unertrÀglich, und ich frage mich auch, wie es sein kann, dass solche Meinungen hier im Goetheanum erscheinen können.
    Nur ein Punkt- es gibt keinen Impfzwang.
    Wer anderes behauptet, verbreitet Unwahres.
    Die Querdenker Scene lĂ€sst grĂŒĂŸen!
    Grund f. mich keine Artikel hier mehr lesen zu wollen!

    1. Hallo Frau MĂŒller,

      außer »Querdenken« und »unertrĂ€glich« fĂ€llt Ihnen inhaltlich und argumentativ nichts weiter zu den AusfĂŒhrungen des Autors ein?
      Nun, das Goetheanum publiziert solche Artikel, weil es der Vielfalt der unterschiedlichen Positionen Ausdruck verleiht. Eigentlich in einer Demokratie selbstverstÀndlich, oder?

      GrĂŒĂŸe von Harald Wemke

  12. Wesentlich fundierter, sachlicher und sich an der RealitĂ€t orientierend ist der Kommentar von Frau Ilse Wellershoff-Schuur, der ich herzlich fĂŒr ihre Arbeit danke. Man muß Herrn Professor Esfeld wohl zugute halten, dass er Philosoph ist, damit einer privilegierten Bevölkerungsschicht angehört und wohl noch nie einen Blick in eine Intensivstation in der aktuellen Lage geworfen hat.

  13. Wegen solcher Artikel und MeinungsĂ€ußerungen, die fĂŒr mich nichts mit einem anthroposophischen Weltbild zu tun haben, bin ich aus der anthroposophischen Gesellschaft ausgetreten. Ich bereue es nicht!!

    Kennen Sie die Geschichte vom den Wissenschaftlern und dem Elefanten?
    Die Experten sollen einen Elefanten beschreiben. Jeder hat aber einen anderen Blickwinkel auf das Tier. Einer sieht den langen RĂŒssel, ein anderer die mĂ€chtigen StoßzĂ€hne, ein weitere die dicken Beine, usw. Und alle meinen, sie hĂ€tten den ganzen Elefanten gesehen und geraten nun bei der Beschreibung des Tieres in Streit.

    Keiner der Wissenschaftler hat den Elefanten in seiner GĂ€nze betrachtet. Vielleicht war dies den Experten gar nicht möglich. Der Fehler der Wissenschaftler liegt darin, Teilwahrheiten als die „ganze“ Wahrheit darzustellen. Man könnte auch sagen, die Experten leben und denken in einer Blase; denn sie lassen die Ansichten ihrer Kollegen gar nicht mehr zu.

    Und so kommt mir diese ganze Corana Diskussion vor. Jeder meint, seine Sichtweise wĂ€re die Richtige. Denken Sie mal drĂŒber nach …

  14. Lieber Herr Esfeld,
    ich habe mich ĂŒber Ihren Beitrag zutiefst gefreut, und bin der Redaktion von “Das Goetheanum” sehr dankbar dafĂŒr, dass sie ihn veröffentlichen wollte! Der tiefere Sinn Ihrer AusfĂŒhrungen könnte nĂ€mlich in der folgenden Frage verdichtet werden: Wollen wir wirklich unsre Gemeinschaften – sei auf lokaler sei es auf nationaler oder globaler Ebene – immer mehr so gestalten, dass irgenwelche zentralisierte Instanz uns mehr oder weniger zwingt, jedem Mitmenschen prioritĂ€r als möglicher Quelle einer Infektion zu begegnen? Anders formuliert: Wollen wir unsre Kinder in Gesellschaften aufwachsen lassen, die auschließlich aufgrund der Angst vor dem Tode gestaltet werden, wie es seit ĂŒber einem Jahr in zu vielen Gesellschaften geschieht? Denn gerade diese im radikalsten Sinne antisoziale, und deshalb zerstörerische Wahrnehmung der menschlichen Begegnung und der Gesellschaftsgestaltung, verbirgt sich in jeglicher Idee bzw. Implementierung eines Impfpaßes – oder Ă€hnlichen, egal ob provisorischen oder permanente Paßes –, ausgehend von dem der Rechtsstatus, das heißt die WĂŒrde und Freiheit einer Person bestimmt werden darf. So haben Sie vollkommen recht: Wir befinden uns – und dies betrifft nicht nur Deutschland – vor einer Weichenstellung. Und ich erlaube mir zu sagen – davon bewusst, dass viele Menschen diese Aussagen als maßlos ĂŒbertrieben bis phanatisch empfinden werden –: Die gegenwĂ€rtige Weichenstellung ist viel dramatischer, als die vorherigen, einerseits ausgehend von den Überwachungs- und Steuerungsmitteln, die heute zur VerfĂŒgung stehen, andererseits ausgehend von der Tatsache, dass ein rein biopolitisches, und deshalb radikal antimenschliches Menschenbild – das menschliche Gemeinschaften auf dem Niveau von Bakterienkulturen setzt – bisher nie eine solche globale Implementierung erlebt hatte.
    Vor manchen autoritĂ€ren Konzepten der Gesellschaftsgestaltung, die sich durch ImpfpĂ€ĂŸe und Ahnliches offenbaren, wĂ€re eher, zuspitzend, Folgendes festzulegen: Nicht einmal vor der schlimmsten Seuche dĂŒrfte sich eine authentisch liberale, das heißt die MenschenwĂŒrde echt als unantastbar wahrnehmende Gesellschaft solche Konzepten erlauben!!! Um so brisanter ist demzufolge die gegenwĂ€rtige Situation, in der das wirkliche Maß an GefĂ€hrlichkeit des – durchaus ernstzunehmenden – zu begegnenden Infektes sowie die Art der Begegnung mit ihm gerade in der Wissenschaft viel mehr umstritten ist, als die politisch korrekte mediale Szene vermittelt (das zeigen die von Ihnen zitierten BeitrĂ€ge und sehr viele andere, wie https://www.aier.org/article/lockdowns-are-no-substitute-for-focused-protection/).
    Deshalb wirklich brisant ist die gegenwĂ€rtige Situation, weil: 1) die Lockdown-Strategie zum ersten Mal global und in zu vielen FĂ€llen ohne jegliche lokale Differenzierung eingesetzt wurde; 2) eine solche mediale Kampagne der psychologischen Suggestion nie die Begegnung mit einem Infekte begleitete; 3) eine solche obsessive Fokussierung auf ein umsrittenes Ziel, das heißt eine hygienisch begrĂŒndete grundsĂ€tzliche VernachlĂ€ssigung aller Lebensbereiche und TĂ€tigkeiten, sowie aller psychischen Faktoren, nie in der Geschichte auf einer solchen Skala stattfand.
    Die in unsren LĂ€ndern propagierte Corona-Strategie erinnert erschreckenderweise an manche AnsĂ€tze der frĂŒheren, schon lĂ€ngst widerlegten Onkologie, in denen man gesunde Bestandteile des Organismus “vorsichtshalber” operativ entfernte, weil sie rein modelmĂ€ĂŸig vom Krebs hĂ€tten ĂŒberfallen werden können. Genauso verfĂ€hrt bisher, jedoch, gefĂ€hrlicherweise, auf einer viel breiteren Skala, die Corona-Politik in unsren LĂ€ndern: Alles kulturell/geistig, rechtlich, wirtschaftlich Gesunde im Individuum und in der Gesellschaft wird “vorsichtshalber” angegriffen und lahmgelegt, um zu vermeiden, dass es von einem Infekt betroffen wird. Im Namen dieser Vorsicht werden alle elementare Grundprinzipien nicht nur einer, sondern vieler Wissenschaften und Berufe ausgeblendet – hunderte von ÄrztInnen in Italien therapieren sehr erfolgreich diesen Infekt domiziliar, werden jedoch von der Politik und den regierungskonformen Medien totgeschwiegen. Und dies aufgrund von Expertenmeinungen, deren Urheber mehr als kontroverse Erfolge vorweisen können (vgl. zB https://www.aier.org/article/the-failure-of-imperial-college-modeling-is-far-worse-than-we-knew/).
    Alles klingt so, als ob ein Risiko-Manager ausgehend von statistischen Modellierungen empfehlen oder entscheiden wĂŒrde, ein Unternehmen kaputt zu schlagen, damit manche Risiken vermieden werden, denen das Unternehmen begegnen könnte!
    Viele Menschen werden sich vor diesen Worten fragen: Wo sind diese Dinge belegbar? Diejenigen, die so fragen, sind jedoch meistens, erfahrungsgemĂ€ĂŸ, gerade diejenigen, die sich nicht einmal wenige Minuten gönnen wĂŒrden, um die von Ihnen zitierten BeitrĂ€ge anzuschauen: sie verflĂŒchtigen sich lieber in den vermeintlichen Sicherheiten, die ein seit ĂŒber einem Jahr beleidigend bemĂŒtternder Staat gönnerhaft zu verteilen scheint, und dabei kennen sie nicht einmal die elementarsten Grunddynamiken der “Diskursmacht”. Nicht einmal Milliarden von wissenschaftlichen Quellennachweisen, die die AbsurditĂ€t und soziale GefĂ€rhlichkeit des gegenwĂ€rtigen “Pandemie-Managements” belegen, wĂŒrden fĂŒr sie reichen, denn sie wollen unbedingt glauben: Nur die Nachweise, die aus der Politik und aus den von ihr anerkannten Medien und AutoritĂ€ten kommen, sind gĂŒltig. Jede(r), egal wie qualifiziert und persönlich erfahren, die/der Abweichendes vertritt, ist also neben der Kappe bzw. ein potentieller Feind des Gemeinschaftssinns.
    Die Fragen, auf die Ihr Beitrag hinweist, sind also brennend “praktisch” und lebensnah. Denn was ist “praktischer”, als die Rettung der unantastbaren MenschenwĂŒrde sowie der mĂŒndigen Schicksalsgestaltung, der Meinung- und Gedankenfreiheit? Wir wollen hoffen, dass das “Unpraktische” der autoritĂ€ren und antimenschlichen Lösungen, auf denen zu viele Regierungen und globale Instanzen aufbauen zu wollen scheinen, bald viel mehr Menschen zum Aufwachen anregen wird, als es gegenwĂ€rtig noch der Fall ist. Wir wollen vor allem hoffen, dass es dann nicht zu spĂ€t sein wird.
    Mit herzlichen Dank und GrĂŒĂŸen
    Salvatore Lavecchia

    1. Danke,Herr Lavecchia.
      Die Weichenstellung ist allerdings schon geschehen. Umso erschreckender empfinde ich die Hörigkeit mit der viele Menschen dem virologischen Imperativ folgen und die Maßnahmen – man vergesse nicht, dass hierzulande ein Gesetz implementiert werden musste – auch hier freudig verteidigen, ohne offenbar den Gedankenansatz von Herrn Esfeld ĂŒberhaupt folgen zu wollen oder zumindest in ErwĂ€gung zu ziehen.
      Ihre AusfĂŒhrungen, Herr Lavecchia, haben mir allerdings wieder Hoffnung gegeben, dass es doch noch Meschen gibt, die differenziert denken können und UnterscheidungsfĂ€higkeit haben.
      Herzliche GrĂŒĂŸe
      Johanna Strobl

  15. Leserbrief zum Artikel „Impfpass“ von Prof. Michael Eslfeld
    06.05.2021

    Sehr geehrter Herr Prof. Elsfeld,

    ich kann Ihren Artikel nicht unwidersprochen lassen, da sind so viele Behauptungen, Dramatisierungen, VerdĂ€chtigungen und Unterstellungen darin, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Ich möchte mich darauf beschrĂ€nken, die Stellen zu zitieren und zu kommentieren, die ich in Frage stellen wĂŒrde aufgrund der Informationen, die mir als politisch interessiertem Menschen und Anthroposophen zur VerfĂŒgung stehen.

    Das Schwierigste an Ihrem Artikel ist: Er trÀgt selbst in seiner Selbstgerechtigkeit und Abwertung der anderen Ansichten totalitÀre Tendenzen und ist völlig ungeeignet, mit denen, die die Dinge anders beurteilen (Klima oder Corona oder anderes) ins GesprÀch zu kommen oder zu darin zu bleiben. Das aber brauchen wir, nicht weitere Zuspitzungen und Konfrontationen.
    Ich gehe die Punkte,die ich kommentieren möchte, der Reihe nach durch und staune beim Schreiben selbst, wie viele es sind:

    1. Der Weg fĂŒhre in ein geschlossene Gesellschaft mit Freiheitsberaubung – Gewalt von Lockdown – sĂŒĂŸe Versuchung der ImpfpĂ€sse. – Eine reine Behauptung!
    2. westliche Demokratien arbeiteten nach dem Vorbild Chinas. – Eine böswillige Vereinfachung!
    3. Einzelne Wissenschaftler stellten sich fĂŒr politische Verwendung zur VerfĂŒgung. – Eine Beleidigung und HerabwĂŒrdigung von Menschen, Wissenschaftlern und Politikern, die sich mit viel persönlichem Einsatz und persönlichem Risiko um eine realistische Sicht auf die Dinge bemĂŒhen, egal ob man mit ihren Schlussfolgerungen immer einverstanden ist oder nicht.
    4. Andere Wissenschaftler seien diffamiert worden und es wĂŒrde ihnen nicht mit Argumenten begegnet. – Doch, es wurde viel argumentiert, und man kann Wodarg, Bakhti, Stöhr, Streeck und alle anderen immer noch sehen und hören – und das ist gut so!
    5. Punkt 3. und 4. seien mit dem Ziel geschehen, politische Zwangsmaßnahmen wissenschaftlich legitimieren zu können. – Eine reine Behauptung, dass ein UnterdrĂŒckungswille vorliege.
    6. Es sei eine Art Staatsreligion eingefĂŒhrt worden, ketzerische Ansichten seien ausgeschlossen worden. – Nein, aber viele Fachleute sehen die Dinge eben Ă€hnlich – neben den anderen, die immer noch zur Wort kommen können. Haben die Mainstreams schon deswegen Unrecht, weil sie die Mehrheit sind?
    7. Sie rechnen die durch Corona befĂŒrchtete TodesfĂ€lle statistisch gegen die TodesfĂ€lle, die sich statistisch aus den „Schutzmaßnahmen“ ergeben. – HĂ€tte die „Gegenseite“ eine solch zynische Kalkulation aufgemacht, wĂ€re sicher von Anthroposophen aus auf Ahriman als deren Inspirator hingewiesen worden.
    8. Kein Staat habe das Recht, Impfungen anzuordnen. – BezĂŒglich Corona ist davon auch bisher nicht die Rede. Nur davon, dass fĂŒr Geimpfte die Grundrechte nicht weiter eingeschrĂ€nkt sein sollen. Das ist vielleicht ungerecht, aber zeigt, dass sie weiter in Kraft sind und bleiben sollen und deren Abschaffung eben NICHT auf der Agenda steht.
    9. Staatliche Reglementierungen wĂŒrden als Vorwand eingesetzt, dass man sich nicht um die gefĂ€hrdeten Personen kĂŒmmern mĂŒsse. – Aber es kĂŒmmern sich doch alle Verantwortlichen gerade auch um die gefĂ€hrdeten Personen.
    10. Das Problem negativer ExternalitĂ€ten: Nach Ihrer Ansicht geht die freie Lebensgestaltung ĂŒber alles, eine potentielle GefĂ€hrdung anderer reiche nicht, um Freiheitsrechte einzuschrĂ€nken. Jede freie Lebensgestaltung schrĂ€nke potenziell die Lebensgestaltung der anderen Menschen ein. – Ja, so ist das, und das zu ignorieren, liegt fĂŒr mich nahe an einem PlĂ€doyer fĂŒr das Recht des StĂ€rkeren. Ich meine, auch als freier Mensch muss man im Auge haben, welche SchĂ€den fĂŒr welche Menschen sich aus dem eigenen Verhalten mittelbar ergeben, auch wenn ich sie nicht direkt sehen kann. (z.B. fĂŒr die, deren Erzeugnisse ich kaufe).
    11. Die Verantwortlichen „in Politik, Wissenschaft und Medien“ schĂŒrten absichtlich Angst (d.h. wider besseres Wissen), um ihre UnterdrĂŒckungsagenda durchzuziehen. Jede FreiheitsausĂŒbung stehe unter Generalverdacht. – Sie bestreiten einfach, dass die Verantwortlichen verantwortlich handeln wollen und behaupten ohne Beweis, sie handelten bewusst niedertrĂ€chtig. Dazu mein Einwand wie zu Punkt 3.
    12. Die Freiheit wĂŒrde abgeschafft, ein neuer Totalitarismus wĂŒrde installiert.Es gehe um die soziale Kontrolle der Lebensgestaltung aller. – Nein! Alle wĂŒnschen sich, dass die EinschrĂ€nkungen bald vorbei sein werden, auch die Verantwortlichen „in Politik, Wissenschaft und Medien“ – ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln. Woher nehmen Sie das Recht, das Gegenteil zu behaupten?
    13. Auch Maßnahmen zur Klimaberuhigung stellen Sie unter Generalverdacht. Sie vertrauen auf „spontane Anpassung und technologische Innovationen“. Es kann aber nicht jeder freiwillig und dezentral sein Kohlekraftwerk abschalten. Die LĂ€nder „ohne Energiewende“ haben alle einen hohen Anteil an Atomenergie. UnbeschrĂ€nktes, billigstes Fliegen, billiges Autofahren und billigstes Schweinefleisch – muss das alles Teil der freien Lebensgestaltung bleiben? Dass die BemĂŒhungen der Demeter-Landwirtschaft nicht ausreichend gewĂŒrdigt und gefördert werden, bedauern wir vermutlich gemeinsam. Immerhin ein Punkt der Übereinstimmung.
    14. Die Gelegenheit komme gerade recht, altbekannte Herausforderungen zu existenziellen Krisen hochzureden, es wĂŒrden pseudowissenschaftliche Modellrechnungen erstellt. – Auch hierzu mein Einwand wie zu Punkt 3.
    15. Die Weichenstellung „geschlossene Gesellschaft – offene Gesellschaft“ stehe bevor, Gesundheits- und Klimaschutz wĂŒrden ĂŒber die MenschenwĂŒrde gestellt. Die nicht urteilsfĂ€higen BĂŒrger (denen nĂ€mlich der Ihnen eigene, nĂŒchterne Blick, von Ängsten ungetrĂŒbt, abgehe) liefen der „Allianz von Experten, Politkerinnen, WirtschaftsfĂŒhrern und Mainstreammedien“ direkt in die Arme, das gesamte gesellschaftliche Leben werde durch diese Elite im Verbund mit den Leitmedien gesteuert. Was aber, wenn ein Gesundheitssystem in völliger Überlastung oder eine extreme KlimaverĂ€nderung gar keinen Raum mehr fĂŒr Grundrechte und MenschenwĂŒrde lassen wĂŒrden?
    16. Die meisten Experten, Politkerinnen, WirtschaftsfĂŒhrern und Mainstreammedien seien Gegnerinnen und Gegner der offenen Gesellschaft – alle in der Absicht, ihre totalitĂ€re Agende umzusetzen. Auch hierzu mein Einwand wie zu Punkt 3.

    Wir sollten mit denen, die anders denken und auch gute GrĂŒnde dafĂŒ haben, anders umgehen als Sie es vorschlagen.

    Mit freundlichen GrĂŒĂŸen

    Ralph-Guido GĂŒnther

  16. Ich bin sehr fĂŒr einen offen Diskurs. Meine Kritik ist Ă€hnlich wie die von Ilse Wellershoff-Schuur. Die Grundlagen eines Gedankenganges mĂŒssen stimmen, ansonsten sind die Schlussfolgerungen hinfĂ€llig. So gut wie alles was Esfeld ĂŒber die Epidemiologische Seite der Pandemie schreibt ist mindestens fragwĂŒrdig.
    „Rufen wir uns zunĂ€chst einige Fakten in Erinnerung. Pandemien wie die Ausbreitung des gegenwĂ€rtigen Coronavirus hat es hĂ€ufig gegeben – zuletzt in Europa in Ă€hnlicher GrĂ¶ĂŸenordnung bezogen auf die BevölkerungsgrĂ¶ĂŸe die Asien-Grippe 1957 und die Hongkong-Grippe 1968/69. Bis zum Jahr 2019 war es Stand der Wissenschaft, dass man Pandemien einer solchen GrĂ¶ĂŸenordnung rein medizinisch bekĂ€mpft“ Dies ist kein Fakt. Laut NYT ist die Übersterblichkeit in Amerika höher als damals bei der Spanischen Grippe. Weder bei Sars Mers Ebola Pest HIV etc. wurde es so gehandhabt. Da standen immer die nicht-medizinischen-Maßnahmen in dem Vordergrund.
    Noch ein weiters Zitat „“Inzwischen wissen wir jedoch, dass diejenigen, welche die traditionelle, rein medizinische BekĂ€mpfung der Coronapandemie empfahlen, richtig lagen. Zahlreiche Studien weisen nach, dass politische Repressalien wie Lockdowns in den westlichen Demokratien keinen statistisch signifikanten Unterschied in der BekĂ€mpfung der Coronapandemie ergeben.“ Vergleichen wir Schweden mit Neu Seeland. Neu Seeland hatte einen sehr harten Lockdown. Schweden hatte auch Maßnahem aber etwas weniger als seine Nachbarstaaten wie Finland. Schweden hat ca. 250 mal Tote als Neuseeland und etwa 10 mal mehr Tote als Finland. Auch die Aussage das eine rein medizinische BekĂ€mpfung gab, ist nicht richtig.
    Der Historiker Peter Baldwin schreibt „In the absence of a cure or other medical intervention, all the authorities could throw into the battle were the venrable contagious disease management techniques used against pandemic since Biblical times…. The principle of breaking chains of trasmission was simple, but not the practicalities of implementing it.“ Staaten die Erfahrung mit Sars Mers et. hatten, haben schnell und konsequent gehandelt. Dann gab es Staaten die mit der HerdenimmunitĂ€t geliebĂ€ugelt haben. Dies wurde aber schnell aufgegeben. Die meisten westlichen Staaten hatten es verpasst das Virus beim Auftreten auszumerzen und haben mehr oder weniger mit lockdowns versucht die Zeit bis eine Impfung da ist, zu ĂŒberbrĂŒcken.
    Erschreckend fand ich, dass Esfeld schon vor einem halben Jahr fĂŒr das Modell der natĂŒrlichen HerdenimmunitĂ€t eintrat. Diesen Vorschlag kann man machen, muss dann aber realistisch auch die Folgen benennen. Alles andere ist unredlich.
    Dass ein Philosoph sich nicht mit Epidemiologie auskennt, ist verzeihlich. Nach meiner Meinung, sollte er dann nicht seine GedankengĂ€nge auf dieses „Fundament der Unkenntnis“ stellen.

    MfG Hans-Peter Krause-Batz

  17. Vielen Dank Ralph-Dieter GĂŒnther und Ilse Wellershoff-Schuur! Lieber Herr Professor, ihre intellektuell-philosophischen Überlegungen mĂŒssen sich an der Wirklichkeit messen.In Indien kann man die Auswirkung der „harmlosen Grippe“ beobachten. Da helfen keine Statistiken, da braucht es keinen Lockdown, da gilt die Maxime meines Handelns „rette sich wer kann“.
    Und die unsĂ€gliche Argumentatation gegen Maßnahmen, die die KlimaerwĂ€rmung bremsen sollen. Da hat das hohe deutsche Bundes-Verfassungs-Gericht geurteilt, dass wir sogar RĂŒcksicht auf die nĂ€chste Generation nehmen sollen. So eine Zumutung!?

  18. Lieber Herr Dr. Esfeld.

    Herzlichen Dank fĂŒr diese tiefgreifende Analyse und schlĂŒssige Argumentation. Der Versuch, das vermeintlich Gute und Richtige mit Zwang und Gewalt durchzusetzen, kann niemals zu etwas Gutem und Richtigen fĂŒhren.

    Man kann das an einer ganz alltÀglichen Situation deutlich machen:
    Ein Kind will eine gesunde Mahlzeit nicht essen, welche die Eltern gekocht haben. Das Kind sitzt vor dem Teller, stochert darin herum, aber es isst nicht. Die Eltern bitten es, zu essen. Dann ermahnen sie es. Sie schimpfen mit ihm, Sie versuchen ihm, das Essen zu fĂŒttern, denn sie sind ĂŒberzeugt, dass diese Mahlzeit gut fĂŒr das Kind ist. Aber dem Kind schmeckt es nicht …

    Alles, was die Eltern in dieser Situation unternehmen, wird nicht dazu fĂŒhren, dass das Kind isst. Jede Form von Zwang wird nur dazu fĂŒhren, dass die Eltern am Ende die WĂŒrde des Kindes und letztlich ihre eigene WĂŒrde beschĂ€digen.

    Menschen zu einer Impfung zu zwingen, von der sie nicht ĂŒberzeugt sind, oder ihnen andere vermeintlich sinnvolle Verhaltensweisen unter Zwang anzutrainieren ist nichts als BeschĂ€digung der WĂŒrde und Totalitarismus.

    Herzliche GrĂŒĂŸe

  19. Wenn ein Kind nicht essen mag, ist das ein Problem der Eltern und des Kindes. Wenn man sich bei ansteckenden Krankheiten nicht an die Regeln hĂ€lt, die eine Weiterverbreitug nachweislich bremsen, gefĂ€hrdet man andere Menschen (bedingte oder vorsĂ€tzliche Körperverletzung)und belastet das Gesundheitssystem. Es geht nicht darum Verhaltensweisen unter Zwang an zu trainieren, sondern darum in einer GefĂ€hrdungslage – nach dem Stand der Erkenntnis – richtig zu handeln. Welche Maßnahmen richtig sind muß immer wieder neu evaluiert und bedacht werden.
    Die Notlage in Indien ist u.a. die Folge der AusĂŒbung des hohen Gutes der Religionsfreiheit mit hinduistischen Massenveranstaltungen. Mit einem „vernĂŒnftigeren“ Verhalten wĂ€re es nicht dazu gekommen.

  20. Eine Gesellschaft,die den Gesundheitsschutz absolut stellt,hat zunÀchst mal unheimliche Angst vor Leiden und Tod.Aber zum Leben gehört der Tod immanent dazu.
    Diese Gesellschaft will den Tod abschaffen,die Menschen sollen möglichst lange und lÀnger leben.Aber in Wirklichkeit hat eine Gesellschaft,die Angst vor Tod und Leiden hat ,Angst vor dem Leben.
    Alles entsteht aus seinem Gegenteil,die WĂ€rme aus der KĂ€lte,das Leben aus dem Tod.
    Das ist die geistige Krankheit des heutigen Materialismuses.Der Staat schreibt vor was gesund ist.

    noch ein paar Zeilen von Nietzsche:Staat heisst das kÀlteste aller kalten Ungeheuer .
    Aber der Staat lĂŒgt in allen Zungen des Guten und des Bösen und was er auch redet ,er lĂŒgt,und was er auch hat,gestohlen hat ers.
    Staat,wo der langsame Selbstmord Aller „das Leben“ heisst

    [Dieser Kommentar wurde redaktionell ĂŒberarbeitet und ist hier nur auszugsweise wiedergegeben]

  21. Zitat aus dem Text „.. jeden Menschen als Person anerkennt: Die Person hat ..“
    Der Unterschied zwischen PERSON (ein juristisch versĂ€chlichter Begriff) und MENSCH (mit Geburtsrecht auf Freiheit, Unversehrtheit, Besitz zum Wohle etc) – wird im vorliegenden Text völlig ĂŒbergangen, die Begriffe und Inhalte verwischt.
    Ich bitte darum, diese beiden Begriffe inskĂŒnftig mit mehr Sorgfalt zu verwenden. Danke.

  22. Nebenbemerkungen aus dem Dunstkreis:
    a) Mehrfach ist die Klimakrise als Szenario angefĂŒhrt. Dabei sind nur Korrelationen mit der Industrialisierung genannt. Es fehlen bekannte Korrelationen mit der SonnenaktivitĂ€t, mit denen erst eine AnnĂ€herung an die RealitĂ€t und dann eine sinnvolle Extrapolation möglich ist! (Mit diesem Fehlen weist sich der Autor als im Bogen der „p. Korrektheit“ stehend aus.)
    b) „Modellrechnungen“ haben es so an sich, dass das Modell durch SchrĂ€ubchen gesteuert ist, die der Berechnende so einstellt, wie er meint – oder was er als (bestelltes?) Ergebnis sehen will.
    c) Habe ich den Aufsatz zu schnell gelesen und das Stichwort „ImpfschĂ€den“ dort ĂŒbersehen, wo ich es erwartet hĂ€tte?

  23. Im Zentrum der Abhandlung von Michael Esfeld steht eines pseudopsychologische Behauptung, die nicht begrĂŒndet wird und in dieser Form auch gar nicht begrĂŒndet werden kann. Esfeld unterstellt nĂ€mlich der gesamten Politikerkaste ein Machtmotiv. Wörtlich schreibt er: „FĂŒr Politikerinnen und Politiker ist es wenig attraktiv, das Leben der Menschen seinen Gang gehen zu lassen.“ Laut Esfeld suchen die PolitikerInnen daher Macht, um in das Leben der Menschen eingreifen zu können, und dazu benutzen sie die Wissenschaft. Damit, so verkĂŒndet er, können sie „Ängste schĂŒren“, indem sie z.B. die Epidemiologie oder die Klimawissenschaft „altbekannte, aber in neuer Form auftretende Herausforderungen zu existentiellen Krisen hochreden“ lassen. Laut Esfeld sind die Corona-Pandemie und der Klimawandel also keine wirklichen Krisen, sondern nur Krisengerede im Dienste von politischem Machtstreben – um mit Zwangsmassnahmen ins Leben der Menschen eingreifen zu können. Mit solchen abstrusen Behauptungen, die er als Tatsachen prĂ€sentiert, disqualifiziert Esfeld sich selber als seriösen und ernstzunehmenden Autor. Entsprechend kann man sich eine Auseinandersetzung mit dem Rest seines Textes ersparen.

  24. Ich finde es erschĂŒtternd, wie konformistisch viele Anthroposophen mit dem MainStream-Narrativ sind. Estfelds Artikel war sehr sachlich und die Reaktion vieler darauf ist feindselig und zeigt die AutoritĂ€tsglĂ€ubigkeit und akzeptanz der MS-Angstpropaganda wo es fĂŒr den nachdenklichen Menschen, der sich aus vielen Quellen informieren konnte, sehr klar sein sollte, dass diese Politischen Massnahmen inakzeptabel und gegen grundlegende Menschenrechte ist!
    Auch die Reaktionen der medizinischen Sektion (Dr.Soldner & Dr. Kleine) auf den Artikel Estfelds sind defensiv kritisch, wohl aus Angst, als Impfgegner / Querdenker deklariert zu werden.

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