Fries der Lauschenden

WĂ€hrend eines kleinen â€čEndlich mal wieder reisenâ€ș-Ausflugs im FrĂŒhsommer lag zufĂ€llig das Ernst-Barlach-Atelierhaus auf dem Weg.


In Hamburg findet man das Original, aber in GĂŒstrow war zumindest das Modell zu sehen. Acht Figuren in Gips, ca. 70 Zentimeter hoch und nebeneinander aufgereiht, hĂ€ngen allein an einer hohen Wand. Manche noch unklar ausgeformt in ihren GesichtszĂŒgen: â€čDer Empfindsameâ€ș, â€čDie TrĂ€umendeâ€ș, â€čDie Pilgerinâ€ș, â€čDer Begnadeteâ€ș, â€čDie TĂ€nzerinâ€ș, â€čDer Wandererâ€ș, â€čDer GlĂ€ubigeâ€ș, â€čDie Erwartendeâ€ș. FĂŒr das in Eichenholz ausgefĂŒhrte Werk hatte Barlach noch â€čDen Blindenâ€ș hinzugefĂŒgt. Sie gemeinsam bilden das â€čFries der Lauschendenâ€ș. Ihnen ist, wie allen Skulpturen Barlachs, eigen, dass sie wie Archetypen aus und von einer existenziellen Welt sprechen: entindividualisiert, aber in ihrer seelischen Geste ganz prĂ€sent. VielfĂ€ltigschlicht bezeugende Wesen einer QualitĂ€t, die mir als zeitgenössische Anweisung erschien. Etwas aus der Stille vernehmende Gestalten, in ihrer Einsamkeit zusammengefĂŒgt.

Der Fries der Lauschenden, 1930-35, Eichenholz, Ernst Barlach Haus, Hamburg, Foto: wikimedia commons, CC.

Titelbild: Atelierhaus Ernst Barlach, GĂŒstrow, Foto: Ernst Barlach Stiftung/Andre Hamann

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