Das Herz verstehen

Vom 7. bis 10. Oktober veranstaltete die Anthroposophische Gesellschaft in den USA ihre Jahrestagung.


‹Building the Temple of the Heart›, das Herz als Quellort moralischer Handlungen ist das Thema der Zusammenkunft. Den Mitgliedern wurde im Voraus Material über die anthroposophische Forschung zum Herz versandt: Ehrenfried Pfeiffers Vortrag über das Herz, das Rätsel des Blutes von James Dyson, Craig Holdreges und Branko Fursts Forschungsarbeiten über die Blutzirkulation. Aber auch Rudolf Steiners Vortrag über das ätherische und astrale Herz aus GA 212, der online auf Youtube zu hören ist. Darstellungen zu den Nebenübungen Rudolf Steiners von Michael Lipson und zur Kathedrale von Chartres sowie zum Epos ‹Parzival› spannen den weiten Bogen der Jahresversammlung. Michaela Glöckler ist als ‹Keynote Speaker› eingeladen und beantwortet hier Fragen zum Kongress:

In welche Richtung geht dein Beitrag?

Vermutlich wurde ich zu dem Thema eingeladen, weil ich in dem Buch ‹Corona und das Rätsel der Immunität› ein Kapitel zum Herz geschrieben habe. Die Bildung des Herzens geschieht ja aus denselben Vorläuferzellen wie die des Immunsystems. Mut, freudige Lebensbejahung, Vertrauen und Zuversicht tun nicht nur dem Herz gut, sondern wirken auch immunstimulierend. Das Herz ist zudem Ort des Gewissens, der Autonomie und Würde des Menschen.

Gibt es einen spezifisch westlichen Zugang zum Herz?

Die Tugenden des Herzens sind regional verschieden ausgeprägt: im asiatischen Raum mehr die fröhliche Herzlichkeit, im Westen die mutige Tatbereitschaft und in Afrika das primär Liebevolle.

Was heißt es, sich gerade heute mit dem Herz auseinanderzusetzen?

Der Transhumanismus und die Kumulation von Geld und Macht in den Händen weniger sind Ausdruck einer Kultur, die auf den Egoismus baut. Eine Kultur der Herzlichkeit kann die Wunden heilen, die dadurch entstehen.


Titelbild: Aus der Veranstaltungsflyer.

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