Als mir der Name Persephone erschien

Zum Erkennen gehört der Weg des Suchens, Zweifelns und manchmal Verzweifelns und dann im gĂŒnstigen Fall der Moment der Eingebung, der Gewissheit, dass es so ist. Dies ist ein Bericht eines solchen Suchens und Findens zur Wirkung der Feld- und KompostprĂ€parate, die jedes Jahr auf biologisch-dynamischen Betrieben hergestellt werden. Die Frage nach der Wirkung der FeldprĂ€parate ist seit Jahren Forschungsthema der Autorin am Louis-Bolk-Institut in Driebergen (NL). Jetzt bekommt dieses Thema durch geisteswissenschaftliche Vertiefung neues Licht.


Die Substanzen zu den PrĂ€paraten haben die GĂ€rtnerinnen und Landwirte im Laufe der FrĂŒhlings- und Sommermonate gesammelt und getrocknet, um sie dann nach den Angaben Rudolf Steiners zu verarbeiten. Mitte der 80er-Jahre machten mich die starken Zweifel, die unter den biologisch-dynamischen Bauern in Bezug auf die Wirksamkeit der PrĂ€parate lebten, betroffen. Aufgrund dieser Zweifel stellten einige Landwirte die Verpflichtung, PrĂ€parate anzuwenden, um die Demeter-Lizenz zu erhalten, zur Diskussion. Die Frage, wie man die Wirkung der FeldprĂ€parate wahrnehmen könne, habe ich mit GĂ€rtnern und GĂ€rtnerinnen in Feldversuchen mit Kopfsalat aufgegriffen, erst in der GĂ€rtnerei vom Kraaybeekerhof und spĂ€ter auf dem Hof De Vijfsprong mit Jan Weijsenfeld. Bei der bis dahin ĂŒblichen Forschung zur Wirkung von FeldprĂ€paraten (Hornmist und Hornkiesel, siehe Kasten) war der Blick in vielen FĂ€llen nur auf die Unterschiede bei der Ernte von behandelten und nicht behandelten Pflanzen gerichtet, ohne den Kontext (Wachstumsbedingungen, Wetter, DĂŒngung, BodenqualitĂ€t usw.) mit zu beachten. Bei diesen Versuchen gab es oft keine eindeutigen Ergebnisse, was verwirrend war.[note] E. Lammerts van Bueren, J. Beekman-de Jonge, Biologisch-dynamische spuitpreparaten in ontwikkeling. 70 jaar praktijk, onderzoek en visie in Nederland. Louis Bolk Institut, Driebergen, NL 1995. [/note] Ich habe deshalb nicht nur das Endprodukt angeschaut, sondern vor allem auch den Prozess der Pflanzenentwicklung. DafĂŒr benutzte ich – neben den gebrĂ€uchlichen Analysemethoden – die goetheanistische PhĂ€nomenologie, um mithilfe von wöchentlichen Pflanzenwahrnehmungen zu erkennen, welche Unterschiede sich in der Wachstumsdynamik offenbaren. Bei der Ernte ließ ich einige Reihen stehen, um die Unterschiede des AufblĂŒhens zu verfolgen als Ausdruck der Potenz, die in der erntereifen Pflanze anwesend ist.

Illustration: Elementarfigurinen, Nina Gautier, Digitale Collage, Aquarell auf Papier mit fotografischen Elementen, 2020.

Jedes Mal erfuhr ich die Wirkung der FeldprĂ€parate als â€čharmonisierendâ€ș: Je nach den UmstĂ€nden wirkten sie manchmal ertragssteigernd, manchmal auch ertragsvermindernd (was spĂ€ter auch bestĂ€tigt wurde in König 1992.[note] U. J. König, Ergebnisse aus der PrĂ€parateforschung. Lose-Blatt-Sammlung. Schriftenreihe IBDF, Band 12, Darmstadt 1999. [/note]) In der Wachstumsdynamik zeigte sich, dass die PrĂ€parate da, wo die vegetative Tendenz zu stark war und die Pflanzen â€čaus den Fugenâ€ș zu gehen drohten, das Wachstum dĂ€mpften (z. B. in einem wĂŒchsigen FrĂŒhjahr), und da, wo der Wachstumsimpuls zu schwach war (z. B. in einem kalten FrĂŒhjahr), das Wachstum stimulierten. In beiden FĂ€llen wirkten die PrĂ€parate zugunsten einer besseren, salattypischen QualitĂ€t. FĂŒr mich belegten die Ergebnisse die entscheidende Bedeutung der PrĂ€parate fĂŒr gesunde Lebensmittel. Nach zehn Jahren Forschung gab es keine weiteren Gelder mehr fĂŒr diese Arbeit. So habe ich damals dieses Thema fĂŒr Jahre zur Seite gelegt.

Wenn ein Wesen erscheint

Anfang der 90er-Jahre fing die Gentechdiskussion an, und wir suchten mit anthroposophischen Erkenntnismitteln nach Antworten auf die aktuellen Fragen. Es gab Raum fĂŒr biologische PflanzenzĂŒchtung in der Forschung, der ich den Rest meines Berufslebens gewidmet habe. Im letzten Jahr vor meiner Pensionierung (2017) hatte ich eine dramatische Erfahrung nach einem Vorfall wĂ€hrend eines Abschiedssymposiums eines Kollegen der SaatgutzĂŒchter. WĂ€hrend der Diskussion ließ ein Teilnehmer eine heftige Tirade los ĂŒber das «unverantwortliche Ablehnen der gentechnischen Manipulation durch den biologischen Landwirtschaftssektor». Die Äußerungen dieses Mannes trafen mich tief, und existenzielle Fragen drĂ€ngten sich mir auf: Warum trifft mich solche Kritik noch immer so stark? In welchen geistigen Kontext muss ich sie setzen? FĂŒr wen tue ich meine Forschungsarbeit zum Konzept der IntegritĂ€t der Pflanze[note] E. T. Lammerts van Bueren, P. C. Struik, M. Tiemens-Hulscher, E. Jacobsen, The concepts of intrinsic value and integrity of plants in organic plant breeding and propagation. Crop Science 43: 1922–1929, 2003. [/note] eigentlich?

Mit der Frage â€čWer steht hinter mir?â€ș habe ich einige Wochen gelebt und meditiert. In einem unerwarteten Augenblick erschien wĂ€hrend einer Bahnfahrt – buchstĂ€blich zwischen den Zeilen eines Buches, das ich gerade las – der Name Persephone. Ich war ĂŒberrascht, wusste aber sofort ganz sicher: Das ist sie! Wie hatte ich sie all die Jahre so vergessen können? Ich erinnerte mich, dass ich in der Zeit der PrĂ€parateforschung ein BĂŒchlein von Hans-Peter van Manen gelesen hatte ĂŒber die Beziehung zwischen Sophia und Persephone und den Impuls fĂŒr die Umweltschutzbewegung.[note] H. P. van Manen, Sophia und Persephone. Anthroposophische Impulse in der Umweltschutzbewegung. Dornach 1989. [/note] Ich weiß noch, dass mich das sehr angesprochen hatte und dass ich das BĂŒchlein in meiner Begeisterung verliehen und nicht mehr zurĂŒckbekommen hatte. Und so war Persephone aus meinem Bewusstsein verschwunden … Wunderbar, wie sie auf diese Weise wiederkam 
 Es inspirierte mich, zu wissen, wem ich diene.

Wer ist Persephone?

Die griechische Mythologie beschreibt, wie Persephone als Göttin der Pflanzenwelt von Hades, dem Gott der Unterwelt und König des Totenreichs, entfĂŒhrt wird. Als ihre Mutter Demeter, Göttin der fruchtbaren Erde, erfĂ€hrt, dass Hades sie geraubt hat, entbrennt sie in Wut, und es kommt schließlich zu einem Kompromiss: Persephone darf einige Monate des Jahres in der Oberwelt leben, unter der Bedingung, dass sie auch einen Teil des Jahres in der Unterwelt die Ehefrau von Hades sein kann. So erklĂ€rt der Mythos, wie die Jahreszeiten entstanden sind.

Mit der Frage â€čWer steht hinter mir?â€ș habe ich einige Wochen gelebt und meditiert. In einem unerwarteten Augenblick erschien wĂ€hrend einer Bahnfahrt der Name eines Wesens.

Die Schriften der Schule von Chartres (12.–13. Jh.) berichten, wie Persephone, hier erscheinend als Natura, das göttliche Wesen der Weisheit, Sophia, um Hilfe bittet, um zusammenzuarbeiten. Persephone-Natura war ĂŒberzeugt, dass das Leben auf der Erde, und besonders die Pflanzenwelt, gerettet werden könnte, wenn sich das Handeln der Menschen durchdringen wĂŒrde mit höherer Erkenntnis.[note] H. P. van Manen, Sophia und Persephone. Anthroposophische Impulse in der Umweltschutzbewegung. Dornach 1989. [/note] [note] B. Baan, Herr der Elemente. Naturwesen in christlicher Sicht. Stuttgart 2006. [/note]

WĂ€hrend ich noch auf der Suche war, welche Rolle Persephone in meiner Arbeit haben wĂŒrde, erschien im FrĂŒhling 2019 in einer Meditation ĂŒber â€čHingabeâ€ș ĂŒberraschend ein Kreuz mit Christus. Zugleich wurde mit Nachdruck dazu gesagt: «Gib acht, es geht um das Kreuz!» Und ich sah Christus zum Hintergrund hin verschwinden, aber das Kreuz blieb in meinem Bild stehen. Ich ging dann auf die Suche, um die Bedeutung des Kreuzes als Symbol zu verstehen. Das Erlebnis des Kreuzes ließ die Erinnerung an die Beschreibung Rudolf Steiners auftauchen, in der er berichtet, dass Persephone fĂŒr die Pflanzenwelt tatsĂ€chlich jedes Jahr tut, was der Christus einmalig fĂŒr die Menschheit getan hat, nĂ€mlich als göttliches Wesen hinabzusteigen zur Erde und den Tod zu ĂŒberwinden.[note] R. Steiner, Weihnachtsbetrachtung: Das Logos-Mysterium, Goetheanum, zu Weihnacht 1924. In: Anthroposophische LeitsĂ€tze, der Erkenntnisweg der Anthroposophie. Das Michael-Mysterium. Dornach 2020. [/note] Sie hat sich als erhabenes Wesen mit der Erde verbunden, indem sie vor allem die Ätherschicht (Lebensschicht) der Erde und insbesondere die Pflanzenwelt beseelt. Durch ihre jĂ€hrliche, rhythmisch wiederkehrende Auferstehung aus der toten Welt befreit sie die Pflanzenwelt davon, «bloß vom Irdischen sich bilden zu mĂŒssen»[note] R. Steiner, Weihnachtsbetrachtung: Das Logos-Mysterium, Goetheanum, zu Weihnacht 1924. In: Anthroposophische LeitsĂ€tze, der Erkenntnisweg der Anthroposophie. Das Michael-Mysterium. Dornach 2020. [/note], und bringt sie wieder in die richtige Orientierung. Van Manen beschreibt, wie er aus seiner geisteswissenschaftlichen Forschung heraus Persephone als eine Art Schwesterwesen des Christus sieht.

Persephone und die FeldprÀparate

In demselben FrĂŒhling wurde ich gebeten, fĂŒr Oberstufenlehrer einen Vortrag ĂŒber die goetheanistische Methode in meiner Arbeit zu halten. Als Beispiel holte ich meine alte PrĂ€parateforschung hervor, und so kam dieses Thema erneut in mein Bewusstsein. WĂ€hrend der Vorbereitung durchfuhr es mich wie ein Blitz, dass insbesondere die PrĂ€parate Instrumente von Persephone sind. Mir wurde bewusst, dass gerade die Durchdringung von SommerkrĂ€ften (Mist) mit WinterkrĂ€ften, wenn das gefĂŒllte Horn in der Erde ruht, und umgekehrt die Durchdringung von WinterkrĂ€ften (Kiesel) mit SommerkrĂ€ften beim HornkieselprĂ€parat das eigentliche Arbeitsfeld von Persephone sind. Mir wurde klar, dass es nicht nur um das einfache Zusammenbringen von pflanzlichen oder mineralischen mit tierischen Substanzen geht, und auch nicht um den natĂŒrlichen, rhythmischen Wechsel der Jahreszeiten, dem man die PrĂ€parate wĂ€hrend der Zubereitung aussetzt. Es geht um die Durchdringung dieser KrĂ€fte durch das â€čeinladendeâ€ș Handeln des Menschen. In der Durchdringung von SommerkrĂ€ften (horizontal) und WinterkrĂ€ften (vertikal) erlebte ich das Bild des Kreuzes, das ich oben beschrieben habe. Ich sehe hierbei die SommerkrĂ€fte, die die Pflanzen sich in Zeit und Raum ausbreiten lassen, als das horizontale Prinzip, und die WinterkrĂ€fte, durch die der geistige Impuls in die Erde hineinwirkt, als das vertikale Prinzip.

Illustration: Elementarfigurinen, Nina Gautier, Digitale Collage, Aquarell auf Papier mit fotografischen Elementen, 2020.

Pflanzenwachstum und Naturwesen

Aus der Forschung Rudolf Steiners erfĂ€hrt man, dass verschiedene Wesen am Pflanzenwachstum beteiligt sind, die er als Elementarwesen oder Naturwesen beschreibt: Zwerge und Gnomen verbunden mit dem Erd-Element, Nymphen oder Undinen mit dem Wasser-Element, Elfen oder Sylphen mit dem Luft-Licht-Element und Feuerwesen oder Salamander mit dem Element Feuer.[note] R. Steiner, Der Mensch als Zusammenklang des schaffenden, bildenden und gestaltenden Weltenwortes. GA 230, Dornach 1993. [/note] Diese Elementarwesen sind die unermĂŒdlichen Arbeiter, die das Pflanzenwachstum begleiten. Ohne ihre liebevolle Schöpferkraft und ihre Arbeit bei all den Lebensprozessen in der Pflanze wĂ€re Wachstum nicht möglich. Dick van Romunde beschreibt wunderbar, wie die Gnomen und Nymphen an die Schwerkraft der Erde gebunden sind und dieser Dichte entfliehen wollen. Damit schieben sie die Pflanze nach oben, wĂ€hrend die Elfen und Feuerwesen die nach der BlĂŒte verwelkenden Pflanzenformen zur Erde bringen wollen.[note] R. van Romunde, Planten waarnemen: elementenwezens ervaren. Zeist, 1988. [/note] Die Gnomen bewahren diese Formen im Winter und bieten diese Erinnerung im FrĂŒhjahr wieder den neu keimenden Pflanzen an. Rudolf Steiner beschreibt fast nebenbei, wie die Verbindung zwischen den KompostprĂ€paraten und den Naturwesen ist, wenn er die Schafgarbe bespricht.[note] R. Steiner, Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft. GA 327, Dornach 1999. [/note] In Bezug auf die FeldprĂ€parate gibt er nur indirekt einen Hinweis. Im Zyklus â€čDer Mensch als Zusammenklang …â€ș beschreibt er, dass die Gnomen die Pflanzen im Wachsen aufwĂ€rtsschieben und die Sylphen sie von der AtmosphĂ€re herziehen.[note] R. Steiner, Der Mensch als Zusammenklang des schaffenden, bildenden und gestaltenden Weltenwortes. GA 230, Dornach 1993. [/note] In denselben Formulierungen beschreibt er die Wirkung der beiden FeldprĂ€parate im 4. Vortrag des Landwirtschaftskurses: «dann wĂŒrden Sie sehen, wie der Kuhhornmist von unten heraufstösst, das andere von oben zieht, weder zu schwach noch zu stark zieht […].»[note] R. Steiner, Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft. GA 327, Dornach 1999. [/note] In diesem letzten Aspekt erkenne ich die harmonisierende Wirkung der PrĂ€parate wieder, die ich in meiner Salatforschung sah.

So kann man sich vorstellen, dass das HornmistprĂ€parat den Gnomen und Nymphen in der frĂŒhen Pflanzenentwicklung die Richtung weist, wobei am Anfang vor allem Mineralstoffe und Wasser eine Rolle spielen. Das HornkieselprĂ€parat gibt dann den Elfen und Feuerwesen die Richtung vor, wenn sich das in der Pflanze formen will, was nach der Reifung geerntet wird.

Naturwesen bitten uns Menschen um Hilfe

Naturwesen haben nach Rudolf Steiner keine eigene MoralitĂ€t und arbeiten im Dienst höherer Wesen, wie Engel und Erzengel.[note] R. Steiner, Die geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen. GA 136, Dornach 2009.[/note] Allerdings ziehen sich in unserer Zeit die Engel nach und nach von dieser Aufgabe zurĂŒck, damit wir Menschen in Freiheit die FĂŒhrung der Naturwesen ĂŒbernehmen können. Keine Kleinigkeit! Wir haben den Kontakt mit diesen Naturwesen schon seit sehr langer Zeit verloren. Aber das verĂ€ndert sich. Aus neueren Berichten von verschiedenen Menschen, die Kontakt mit Naturwesen haben (wie Thomas Mayer[note] T. Mayer, Rettet die Elementarwesen. SaarbrĂŒcken 2008.[/note]) wird deutlich, dass die Naturwesen in der heutigen Zeit in Not leben und gern von Menschen erkannt werden wollen und die Zusammenarbeit mit ihnen suchen.

Diese Not ist zu erkennen. Wenn wir auf das Wetter der vergangenen Jahre schauen, auf die heftigen Extreme von Naturgewalt (Überschwemmungen, VulkanausbrĂŒche, WaldbrĂ€nde) und auf die Klimaprobleme, die ĂŒberdeutlich durch menschliches Handeln verursacht sind, dann kann man erfahren, dass die Natur verwirrt ist. Dann mĂŒssen auch die Naturwesen verwirrt sein. Sie bitten um moralische FĂŒhrung durch uns Menschen.

So komme ich wieder zum Ruf der Persephone nach der Weisheit der Sophia, der noch stets erklingt. Ich denke, dass wir unsere Verantwortung fĂŒr die Erde erfĂŒllen, wenn wir von diesen Naturwesen wissen und ihnen moralische Impulse geben. Dazu sollten wir eine persönliche Verbindung mit der Natur und mit den in ihr wirkenden Naturwesen aufbauen. Vor Kurzem durfte ich selber erfahren, wie es möglich ist, in Kontakt zu kommen, und wie große Dankbarkeit darauf folgte.

Es geht um die Durchdringung dieser KrĂ€fte durch das â€čeinladendeâ€ș Handeln des Menschen. In der Durchdringung von SommerkrĂ€ften und WinterkrĂ€ften erlebte ich das Bild des Kreuzes.

FĂŒr mich hört die Forschung hier nicht auf. Manfred Klett brachte mich mit folgender Vermutung auf eine Spur: Wenn Bauern aus freiem Willen und mit LiebekrĂ€ften die biologisch-dynamischen PrĂ€parate bereiten und anwenden, werden neue Wesen geschaffen, die Christus dienstbar sind: sogenannte Christus-Elementarwesen oder verchristlichte Elementarwesen. Wie anders ist diese Form der â€čPflanzen-Veredlungâ€ș als die, nach der man mithilfe von Genmanipulation strebt! Werden die Pflanzenwesen mit diesen Methoden noch mehr an die Materie gefesselt, anstatt von ihr befreit zu werden? Indem ich solchen Fragen nachgehe, setze ich meine Forschung mit Freude fort.


Herstellung und Anwendung der biodynamischen SpritzprÀparate

HornmistprĂ€parat wird hergestellt, indem man frischen Kuhmist (im SpĂ€tsommer) in Kuhhörner stopft und diese um die Michaelizeit eingrĂ€bt und nach dem Winter wieder ausgrĂ€bt. Indem man den Inhalt des Horns dann in einer Tonne mit Wasser eine Stunde lang rhythmisch verrĂŒhrt, kommen in dem Wasser homöopathisch verdĂŒnnte KrĂ€fte frei. Dann kann das PrĂ€parat ĂŒber die Erde gespritzt werden, um die erste Phase von Keimung und Wachstum zu unterstĂŒtzen.

HornkieselprĂ€parat wird hergestellt aus gemahlenem Bergkristall, in ein Kuhhorn gesteckt, um Ostern eingegraben und zu Michaeli wieder ausgegraben, um in dem folgenden Jahreszyklus die letzte Phase der Reifung der Kulturpflanzen zu unterstĂŒtzen – bei Salat kann man die Kopfformung als â€čFruchtâ€ș im Blattbereich sehen. Vor Gebrauch wird auch dieses PrĂ€parat eine Stunde lang rhythmisch in einer Tonne mit Wasser verrĂŒhrt.


Der Artikel ist ursprĂŒnglich erschienen in â€čMotiefâ€ș (Zeitschrift der niederlĂ€ndischen Anthroposophischen Gesellschaft), September 2020. Er ist die Überarbeitung eines Vortrags ĂŒber meine jahrelange Entdeckungsreise zur Beziehung zwischen den PrĂ€paraten, Persephone und den Naturwesen, den ich fĂŒr biologisch-dynamische Bauern von Flevoland an ihrem PrĂ€paratetag 2019 gehalten habe.

Übersetzung Ulrike Mackay

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