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67 Jahre im Blick

In der Adventszeit schaut man ins Jahr zurĂŒck. Einen in diesem Sinne weiteren Blick gab es Mitte Dezember, als ehemalige Mitarbeitende des Goetheanum zu einer Feier zusammenkamen.


Bis 1952 spannte sich dabei der Bogen. Mathias Ganz, noch heute an der PuppenbĂŒhne im Goetheanum tĂ€tig, war damals als Jugendlicher bei den Mysteriendramen dabei. Er erzĂ€hlte von seinem Vater, der zu Rudolf Steiners Zeiten als WĂ€chter der Schreinerei tĂ€tig war. «Mit Revolver und Hund waren sie in kleinen HĂŒtten auf dem GelĂ€nde untergebracht.» Einige WĂ€chter standen einmal gemeinsam vor dem Schreinereitor und waren «wahrscheinlich etwas lauter als gewöhnlich». Rudolf Steiner sei gekommen und habe die Gruppe von Mathias Ganz’ Vater gefragt: «Ist etwas nicht in Ordnung?» Er habe sich umgedreht und sei wieder in sein Atelier gegangen. «Da kam kein Befehl, sondern eine Frage», kommentierte Mathias Ganz die Szene.

Kurt Remund, ehemaliger Verantwortlicher fĂŒr den Goetheanum-Bau in den 90er-Jahren, erzĂ€hlte, wie ihn, der von einer Waldorfschule kam, die Szene ĂŒberraschte, als im Großen Kreis in der Schreinerei Manfred Schmidt-Brabandt â€“ der damalige erste Vorsitzende im Vorstand â€“ ohne BegrĂŒndung und RĂŒckfragemöglichkeit mitteilte, dass der Umbau des Saales â€čgemachtâ€ș werde. Wie anders die sozialen Formen selbst in den 90er-Jahren noch waren, das zog sich durch viele der BeitrĂ€ge. Immer wieder zeigte sich das widersprĂŒchliche Bild, dass die Gegenwart der Anthroposophie und ihrer UrsprĂŒnge zu fĂŒhlen gewesen sei, dass dabei allerdings ein hierarchisches Miteinander geherrscht habe, das aus heutiger Perspektive kaum vorstellbar scheint. Kurt Remund erinnerte an die großen Baulager, an denen Menschen aus aller Welt dem Goetheanum fĂŒr einige Wochen ihre Arbeitskraft geschenkt hatten. Am Schluss versprachen einige, an einer nĂ€chsten solchen Weihnachtsfeier etwas zur Geschichte des Goetheanum zu erzĂ€hlen.


Bild: Sitzend, Mathias Ganz, stehend, Kurt Remund

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