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Martin Barkhoff: Chinesische Wahlverwandschaft

Martin Barkhoff ist aus seiner Wahlheimat China zu einer Rundreise nach Europa gekommen und so besucht er am Goetheanum auch mich. Wir sitzen am Sonntagmorgen in einem CafĂ© und es dauert nur Minuten, dann zĂŒndet sein Inspirationsfeuerwerk – immer mit GebĂ€rde und mit bewegter Lippe, denn er will den Gedanken fassen und schmecken. Im Krankenhaus mĂŒsse es eine â€čLiebeshydraulikâ€ș geben, denn sobald die FĂŒrsorge nicht gesehen und ergriffen werde, lecke das System, breche wie beim Strom der Fluss zusammen. Im Wechsel erzĂ€hlen wir uns Entdeckungen und Vermutungen, jeweils in der Hoffnung, dass der andere noch etwas hinzuzufĂŒgen weiß. Von mir kommen Studien zu Rudolf Steiners Abend- und MorgenkrĂ€ften, zu den Tierkreisbildern Jungfrau und Fische: Die Sternformation der Fische erscheint als ein Tastorgan in den Umkreis, wĂ€hrend sich in der Jungfrau alles auf die Ähre, diesen einen hellen Stern Spica, versammelt. Peripherie und Zentrum, das bilde hier die Spanne. Barkhoff, der intime Kenner des Seelenkalenders, springt vor Freude auf, sodass auch die GĂ€ste an den Nachbartischen bei Kaffee und Kuchen innehalten. «Martin, du bist milder geworden», das sage ich ihm nach zwei Stunden Gedankenpingpong und denke: Milde und Feuerwerk, beides sind wohl chinesische Erfindungen.

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