100 Jahre Lebensforschung

â€čEvolving Scienceâ€ș hieß die Tagung der Naturwissenschaftlichen Sektion, die zugleich Feier des hundertjĂ€hrigen Bestehens des Forschungsinstitutes der Sektion war. GĂŒnther Wachsmuth und Ehrenfried Pfeiffer stellten damals die Frage, ob es ein Reagenz gebe, mit dem man das Lebendige nachweisen könne.


Daraus ist dann, so Johannes KĂŒhl, die erste bildschaffende Methode, die Kupferkristallisation, entstanden. Als nĂ€chster Biologe kam Herrmann Poppelbaum als Leiter an die Sektion. Er sah seine Aufgabe darin, die damalige Biologie und Evolutionslehre kritisch zu befragen, zu ergĂ€nzen und umzuwandeln. Vor allem seine Tierwesenskunde fand im anthroposophischen Feld breites Echo. Als Akademiker wollte er das goethesche Gedankengut in die Wissenschaft bringen. Auf ihn folgte dann Jochen BockemĂŒhl, der, so Johannes Wirz, erkannt habe, dass das Reagenz des Lebens die Lebewesen selbst seien, und daraus folgerte, dass man selbst dazugehöre. Das habe die gesamte Arbeit umgestĂŒlpt. Johannes Wirz: «Als ich an die Sektion kam, sagte mir Jochen, als Wissenschaftler dĂŒrfe man nur ĂŒber das reden, was man erfahren habe. Da bleibt aber nicht so viel ĂŒbrig, habe ich geantwortet, und er nickte. Zugleich ging eine Akademisierung der wissenschaftlichen Arbeit weiter. Mit â€čifgeneâ€ș wurden erstmals nicht anthroposophische Biogenetiker ans Goetheanum eingeladen, was in der Folge Promotionen am Forschungsinstitut möglich machte.» Da musste man, so Wirz, der akademischen Wissenschaft gerecht werden und wurde in der akademischen Öffentlichkeit sichtbar. Ein Meilenstein waren dabei die Studien von Ruth Richter und Johannes Wirz zu gentechnisch verĂ€nderten Kartoffeln. Die beiden Forschenden konnten zeigen, dass die VerĂ€nderung weniger Gene die Pflanze als gesamten Organismus verwandelt. Die Gene, so Wirz, gehören nicht zum Archetyp der Pflanze, sondern zu den Bedingungen, unter denen das Wesen der Pflanze sich manifestiert. So wie die VerĂ€nderung Ă€ußerer Bedingungen das ganze Wesen der Pflanze ergreift, so mĂŒsse auch eine verĂ€nderte Keimbahn die Pflanze integral wandeln. Das konnten die beiden Biologen zeigen.


Zur Forschung von Johannes Wirz ist auf der Homepage des Goetheanum ein GesprÀch nachzuhören.

Bild: Glashaus, Sitz der Naturwissenschaftlichen Sektion. Foto: Screenshot aus der Videoeinladung zur Tagung.

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